Ministerpräsidentin Kraft sieht Obergrenze für Flüchtlingszahlen

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Aus Sicht von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gibt es bei der Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen können, eine Obergrenze.

Düsseldorf - Aus Sicht von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gibt es bei der Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen können, eine Obergrenze. "Sicherlich können wir nicht unbegrenzt Menschen bei uns aufnehmen", sagte die SPD-Politikerin der "Rheinischen Post".

Zu den notwendigen Maßnahmen zähle die Sicherung der europäischen Außengrenzen sowie die Entschärfung von Krisenherden. Länder und Kommunen stünden vor der Aufgabe, für bestmögliche Unterbringung zu sorgen.

Gefragt sei hier das Engagement der Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen. "Gott sei Dank gibt es weiterhin viele, die mithelfen", sagte Kraft weiter. Sie hoffe sehr, dass diese Bereitschaft anhalte.

Flüchtlinge in NRW: Zahlen und Fakten

  • Unterkünfte: Aktuell gibt es mehr als 60.000 Plätze in den Einrichtungen des Landes. Um zu verhindern, dass die vielen neu angekommenen Flüchtlinge auf der Straße schlafen müssen, gibt es 216 Notunterkünfte mit 48.014 Plätzen. In den Erstaufnahme-Einrichtungen des Landes gibt es 2530 Plätze, in den Zentralen Unterbringungseinrichtungen sind es 10.487. 
  • Jugendherbergen: 13 der Notunterkünfte sind Jugendherbergen, in denen das Land vorübergehend Flüchtlinge unterbringen kann. Sieben der Herbergen sind bereits mit 981 Flüchtlingen belegt, die anderen sechs Herbergen werden voraussichtlich in der kommenden Woche benötigt.
  • Aufnahme: Das Land NRW ist zur Aufnahme der Flüchtlinge verpflichtet. Insgesamt wurden in NRW zwischen dem 1. Januar und dem 30. September 182.000 Menschen aufgenommen, von ihnen allein im September 61.000.
  • Zuweisungen: Die Flüchtlinge werden nach der Registrierung und Stellung eines Asylantrages an Kommunen überwiesen, wo sie den Ausgang des Asylverfahrens abwarten. In den ersten drei Quartalen des Jahres wurden 85.000 Flüchtlinge an die NRW-Kommunen überwiesen.
  • Statistik: Wie viele Flüchtlinge aktuell in NRW leben, kann die Behörde nicht sagen. Sie ist lediglich für die Aufnahme, Erstunterbringung und spätere Zuweisung an die Kommunen zuständig. Zahlen, wie viele Flüchtlinge bereits wieder abgeschoben oder in andere Bundesländer gebracht wurden, freiwillig ausreisten oder untergetaucht sind, liegen ihr nicht vor. - lnw

Quelle: wa.de

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