Nach Absturzdrama am Ruhrufer 2013: Erben von Privatpiloten haften

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Die Trümmer des Flugzeuges liegen auf einer Wiese.

Hamm - Auch Privatpiloten können für Schäden bei einem Flugabsturz haftbar gemacht werden - unabhängig von ihrem persönlichen Verschulden. Das hat das Oberlandesgericht Hamm in einem Streit um Schadensersatz nach dem Absturz einer Leichtmaschine mit fünf Toten am Ruhrufer 2013 entschieden.

Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, gelte auch für nicht gewerblich tätige Piloten die luftverkehrsrechtliche Gefährdungshaftung, die zu Schadenersatz verpflichtet. Dabei komme es nicht darauf an, ob der Pilot Schuld trägt, sondern vielmehr, ob sein Flug mehr als eine Gefälligkeit sei, erläuterte ein Sprecher. Nach dem Beschluss der Richter muss nun der Erbe eines Piloten für Beerdigungskosten in Höhe von 7600 Euro aufkommen.

Sein Vater hatte mit den Fluggästen vereinbart, sie zum Pauschalpreis von 600 Euro von der Nordsee ins Sauerland zu fliegen. Doch sein gechartertes Leichtflugzeug war kurz vor der Landung bei Fröndenberg abgestürzt. Er selbst (59) sowie vier Passagiere - eine 72-Jährige, ihr 15 Jahre alter Enkel und ihre 34-jährige Tochter sowie deren 5 Jahre alter Sohn - starben bei dem Absturz. Die Staatsanwaltschaft ging von Treibstoffmangel aus. Eine Tochter der 72-Jährigen hatte geklagt und mit Beschluss vom 19. November auch in zweiter Instanz Recht bekommen. - dpa

Quelle: wa.de

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