"Witwenmörder" aus Dortmund schweigt vor Gericht

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Dortmund - DNA-Spuren am Tatort führen die Polizei auf die Spur eines mutmaßlichen Witwenmörders. 16 Tage nach einer Bluttat in Dortmund wird ein vorbestrafter 71-Jähriger festgenommen. Vor Gericht will der Mann nichts sagen.

Er war der hilfsbereite Gärtner, immer da, wenn sie ihn brauchte. Doch am 12. April soll der Mann aus Warstein die 89 Jahre alte Witwe in Dortmund heimtückisch ermordet haben. Zu Prozessbeginn vor dem Dortmunder Schwurgericht wollte der 71-Jährige am Mittwoch keine Aussage machen. Bei einer früheren Vernehmung hatte er eine Verantwortung für die Bluttat aber vehement bestritten. Im Prozess wurde das Protokoll der Befragung vom Juni verlesen. Darin heißt es unter anderem: "Ich habe mit dem Mord nichts zu tun. Ich war an dem Abend wie immer in einer Spielhalle."

Für die Staatsanwaltschaft bleibt der 71-Jährige dennoch der Hauptverdächtige. An der Leiche der Witwe soll seine DNA sichergestellt worden sein. Dass die Ermittler bei dem Abgleich des genetischen Fingerabdrucks überhaupt einen Treffer landen konnten, hängt mit dem kriminellen Vorleben des Angeklagten zusammen. Viele Jahre soll der Mann bereits in Haft gesessen haben. Zuletzt bis 2011 sogar in Sicherungsverwahrung.

Dass er die 89-Jährige kannte, hat der Angeklagte beim Haftrichter selbst zugegeben. "Ich habe bei ihr von der Gartenarbeit bis zum Fensterputzen alles gemacht", sagte der Mann damals. 30 Euro habe er dafür immer erhalten. Das sei zwar nicht viel gewesen. "Aber ich habe nie mit ihr gestritten oder nach mehr Geld gefragt." Laut Anklage war Habgier aber doch das Tatmotiv. Der 71-Jährige soll sein Opfer mit 16 Messerstichen getötet und anschließend das Haus nach Wertgegenständen durchsucht haben.

Um Spuren zu verwischen, habe er dann auch noch an mehreren Stellen Benzin verschüttet und angezündet, heißt es in der Anklageschrift. Es war die Feuerwehr, die die Leiche der 89-Jährigen gefunden hatte. Eine Bekannte bezeichnete den Angeklagten in ihrer Zeugenaussage als "charmant und ordentlich". Von Geldproblemen wissen sie nichts. Für den Prozess sind bereits jetzt Verhandlungstage bis in den Januar angesetzt. - dpa

Quelle: wa.de

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