Nach Rückzügen von Lammert und Bosbach

NRW-CDU kürt Spitzenkandidaten für Bundestag im Februar

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Innenexperte Wolfgang Bosbach und Bundestagspräsident Norbert Lammert (v.l.) kandidieren 2017 nicht mehr für den Bundestag.

Bochum/Düsseldorf - Kandidatensuche bei der NRW-CDU: Der größte Landesverband will bei der nächsten Bundestagswahl mit einer starken Mannschaft antreten - auch wenn die populären Politiker Lammert und Bosbach nicht mehr dabei sind. Wer deren Lücke füllen soll, ist noch offen.

Mit dem überraschend angekündigten Rückzug von Bundestagspräsident Norbert Lammert verliert die CDU in Nordrhein-Westfalen erneut ein Schwergewicht für die Bundestagswahl. Zuvor hatte der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete und prominente Innenexperte Wolfgang Bosbach aus Bergisch Gladbach schon angekündigt, im kommenden Herbst nicht mehr anzutreten.

Auf die Frage, ob dies die NRW-CDU schwächen werde, sagte Generalsekretär Bodo Löttgen am Dienstag in Düsseldorf: "Wir haben Interesse an einer sehr starken Mannschaft aus der NRW-CDU für den Bundestag." Man stehe derzeit noch ganz am Anfang des Aufstellungsverfahrens in den Bundestagswahlkreisen und könne überhaupt noch keine Namen nennen.

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Der Vorstand des mit 132.000 Mitgliedern stärksten CDU-Landesverbands werde voraussichtlich bis Februar eine Kandidatenliste mit rund 100 Personenvorschlägen erarbeiten, erläuterte Löttgen. Diese soll der Landesvertreterversammlung vorgelegt werden, die am 18. Februar über die Landesliste und damit auch den Spitzenkandidaten entscheidet.

Der Bochumer CDU-Kreisverband will seinen neuen Kandidaten als Nachfolger von Lammert am 16. Dezember wählen. Einen möglichen Bewerber nannte der CDU-Kreisvorsitzende Christian Haardt am Dienstag nicht. "Den kann man nicht wie ein Kaninchen aus dem Hut zaubern", sagte Haardt.

Der Abschied Lammerts sei ein herber Verlust. "Aber Demokratie lebt auch vom Wechsel. Und es war klar, dass der Tag kommen würde." Das Direktmandat in dem Wahlkreis hatte zuletzt die SPD gewonnen, Lammert kam über seinen sicheren Listenplatz in den Bundestag.

Der 67-Jährige hatte seinem Kreisverband angekündigt, er werde bei der nächsten Bundestagswahl nicht wieder kandidieren. Sein Entschluss sei nach reiflicher Überlegung gefallen. "Der Abschied aus der aktiven Politik fällt mir nicht leicht." Am Ende dieser Legislaturperiode gehöre er dem Bundestag 37 Jahre an. Lammert war in der Debatte über die Nachfolge von Bundespräsident Joachim Gauck als potenzieller Kandidat genannt worden. Jedoch waren seine Chancen zuletzt stark gesunken. "Wenn Sie mich fragen: Ja, er wäre ein toller Bundespräsident", meinte Haardt.

Die NRW-CDU bedauerte, dass ihr mehrfacher Spitzenkandidat nicht mehr antreten will. "Er gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Politik und ist über Parteigrenzen hinweg als Kämpfer für den Parlamentarismus und die Demokratie anerkannt", betonte Parteichef Armin Laschet in einer Erklärung. "Dem Deutschen Bundestag werden sein Humor, seine Wortgewalt und seine geistige Originalität fehlen."

Die CDU-Landesgruppe NRW mit 63 Abgeordneten ist die größte Landesgruppe der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Zu den besonders prominenten Vertretern aus NRW gehören Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, Bundestagsvizepräsident Peter Hintze und auch der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Jens Spahn.

Quelle: wa.de

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