Loveparade: Nebenklage-Anwalt spricht von "Justizskandal"

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Düsseldorf - Die Entscheidung des Duisburger Landgerichts, keinen Strafprozess zum Loveparade-Unglück zu führen, hat Empörung bei den Nebenklägern ausgelöst.

"Das ist ein Justizskandal, nach fünfeinhalb Jahren Ermittlungen zu so einem Ergebnis zu kommen", sagte der Düsseldorfer Anwalt Julius Reiter am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. 

Reiter vertritt rund 100 Betroffene, darunter die Angehörigen von vier Todesopfern. Die Verletzten und die Hinterbliebenen der Toten hätten kein Verständnis für die Entscheidung des Gerichts, sagte Reiter. 

"Sie sind jahrelang mit der Ankündigung vertröstet worden, Gründlichkeit gehe vor Schnelligkeit." Reiter sprach von einer "Bankrotterklärung der Justiz". Das Gutachten des britischen Panikforschers Keith Still sei sicher zu kritisieren. Die Mängel reichten aber nicht aus, um die Anklage nicht zuzulassen. Das Gericht hatte dem Gutachten schwerwiegende Mängel, bescheinigt. Dadurch ließen sich grundsätzliche Fragen zu den Ursachen des Loveparade-Unglücks nicht beantworten. 

Bei der Loveparade in Duisburg am 24. Juli 2010 war es an einer Engstelle zu einem tödlichen Gedränge gekommen. 21 Menschen starben, mehr als 650 wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Mitarbeiter des Veranstalters wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung angeklagt.

Quelle: wa.de

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