Neuer Nutzen am Boden: Schwebebahn wird Bistro

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Wuppertal - Noch flitzen die alten Wagen der Schwebebahn alle paar Minuten an den massigen Gerüsten durch Wuppertal. Auch wenn die neue Wagengeneration da ist, sollen einige der alten Schätzchen zu sehen sein. Denn eine Schwebebahn kann man auch am Boden nutzen - mit Baugenehmigung.

Drei alte Schwebebahnen bekommen in Wuppertal eine neue Zukunft als Bistro, Besucherzentrum und Spielplatz. Diese drei Projekte haben die Online-Abstimmung "Drei Schwebebahnen für Wuppertal" gewonnen, erklärten die Stadtwerke Wuppertal am Montag. Denn in der Industriestadt werden von 2016 an die Wagen der alten Schwebebahn aus den 70er Jahren nach und nach gegen neue ausgetauscht. Jedoch soll ein Teil der alten Fahrzeuge des beliebten und viel genutzten Verkehrsmittels sichtbar bleiben.

Über die Zukunft der drei Wagen, die verschenkt werden, stimmten rund 44 000 Menschen ab. Weitere 21 Fahrzeuge werden in den nächsten Monaten zum Schrottpreis von 5000 Euro verkauft. "Die Interessenten stehen Schlange", sagt Holger Stephan, Sprecher der Stadtwerke, die sicher sind, auf diese elegante Weise die Wagenflotte vom Gerüst zu bekommen. Eines der über 40 Jahre alten Fahrzeuge soll aber weiter als Schwebebahn genutzt werden. Mehr als 80 000 Menschen fahren täglich mit dem einzigartigen Verkehrsmittel und Wahrzeichen der Stadt.

Für den Plan, aus einer Schwebebahn ein "Bergisches Bistro" zu machen, bekam der christliche Jugendverband CVJM mehr als 6000 und damit die meisten Stimmen. Die ehrenamtliche Initiative Kindertisch Vohwinkel, die unter anderem Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung anbietet, will mit einer Bahn ihr Spielplatzangebot bei "Wuppertaler Wetter" ergänzen und einen Treffpunkt anbieten. Das von Bürgern und Künstlern getragene Zentrum für Stadtteilentwicklung "Utopiastadt" bekam den Zuschlag für ein Informationszentrum an einer zu einem Freizeitweg umgebauten alten Eisenbahntrasse.

Allerdings, eine Schwebebahn kann man nicht ohne weiteres aufstellen. Das "Geschenk" ist auch mit Arbeit und Bürokratie verbunden. Denn die 24 Meter langen Fahrzeuge sind für eine hängende Nutzung konstruiert. Am Boden braucht der 24 Meter lange Koloss unter anderem ein Fundament und eine Baugenehmigung. "Der Architekt sitzt auf heißen Kohlen", erzählte am Montag Gerd Halfmann, Leiter der CVJM-Bildungsstätte Bundeshöhe. Die Einrichtung mit 19 000 Übernachtungen im Jahr hofft, dass der Schwebebahnwagen eine Attraktion wird und neue Gäste bringt.

Andere wollen unbedingt einen der 21 Wagen kaufen, die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem. Ein Privatmann gieße schon seit drei Jahren an einem Fundament in seinem Garten, berichtete Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der Stadtwerke. Der Fußballverein "Breite Burschen Barmen "will ein Fahrzeug als Besuchertribüne herrichten.

Quelle: wa.de

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