NRW-Finanzminister verteidigt Messebesuche von Westspiel-Mitarbeitern

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Das nordrhein-westfälische Finanzministerium hat die Messebesuche von Mitarbeitern des landeseigenen Spielbankbetreibers Westspiel verteidigt.

Düsseldorf - 2015 reisten sechs Westspiel-Beschäftigte zur "Global Gaming Expo" nach Las Vegas. Mehr als 17.000 Euro kostete die achttägige Reise insgesamt. Unnötig, findet die FDP. Für zwingend notwendig hält dagegen das Finanzministerium solche Reisen.

Das nordrhein-westfälische Finanzministerium hat die Messebesuche von Mitarbeitern des landeseigenen Spielbankbetreibers Westspiel verteidigt. "Messebesuche sind für einen Casinobetreiber zwingende Voraussetzung für einen marktgerechten Auftritt", heißt es in einer Antwort des Ministeriums auf eine Kleine Anfrage aus der FDP-Landtagsfraktion. FDP-Fraktionsvize Ralf Witzel hatte darin vor allem Messebesuche in Las Vegas kritisiert. Die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" hatte am Donnerstag zuerst darüber berichtet.

Laut Ministerium besuchten von 2010 bis 2015 Westspiel-Mitarbeiter 27 Messen. Dabei seien insgesamt Kosten in Höhe von knapp 96.000 Euro angefallen. Die höchsten Kosten entstanden durch eine achttägige Reise einer sechsköpfigen Delegation nach Las Vegas im Jahr 2015. Diese Reise in der Buchungsklasse Economy habe gut 17.000 Euro gekostet. Es gab auch eintägige Besuche in den Niederlanden, die mit 22 Euro pro Person zu Buche schlugen.

"Die Leistungsschauen in Las Vegas und London sind weltweit bedeutende Branchentreffs und wichtige Orte, um Erfahrungen auszutauschen", hieß es weiter. Gerade vor dem Hintergrund der Restrukturierung von Westspiel sei es notwendig, sich über aktuelle Trends und Entwicklungen zu informieren. Westspiel sei aber in den Unternehmensgremien aufgefordert worden, klare Regelungen für Messebesuche zu entwerfen.

"Bei anderen öffentlichen wie privaten Glücksspielanbietern in Deutschland gibt es Reiseaktivitäten in dieser Dimension nicht ansatzweise", bemängelte Witzel in einer Stellungnahme. Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) müsse bei den Ausgaben seines Staatsbetriebs "endlich die Notbremse ziehen".

Westspiel ist eine 100-prozentige Tochter der landeseigenen NRW.Bank. Die Gesellschaft betreibt vier Casinos in NRW und zwei im Bundesland Bremen. 2015 lag das Jahresergebnis bei 500.000 Euro. 108 Millionen Euro setzte das Unternehmen um. 42 Millionen davon flossen als Spielbankabgabe an die öffentliche Hand. - dpa

Quelle: wa.de

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