Fünf Jahre nach Unfall in der Halloweennacht in Witten

Polizei fahndet mit offenem Brief nach skrupellosem Todesfahrer

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Mit einem Offenen Brief sucht die Polizei den Todesfahrer vom 1. November 2010.

Bochum - Mit einem Offenen Brief wendet sich die Polizei Bochum an einen Unfallflüchtigen, der am Morgen des 1. November 2010 einen 20-jährigen Fußgänger überfahren und getötet hat. Da die Tat am Sonntag verjährt, bittet die Polizei den Fahrer oder die Fahrerin, sich zu stellen.

Der Brief im Wortlaut: "Sind Sie eine Frau oder ein Mann und wie soll ich Sie überhaupt anreden? Ich weiß es nicht! Ich weiß allerdings, dass Sie vor knapp fünf Jahren auf der Rüsbergstraße in Witten-Herbede einen Fußgänger, der erst 20 Jahre alt war, mit einem Pkw überrollt und getötet haben. Danach fuhren sie einfach weiter. Und ich weiß auch, dass es keine 72 Stunden mehr dauert, bis diese skrupellose Unfallflucht verjährt sein wird, die in der Bevölkerung immer noch Entsetzen und Empörung auslöst.

Sie werden durch die umfangreiche Berichterstattung der Fernseh- und Radiosender sowie der Printmedien Jahr für Jahr erfahren haben, dass der Verunglückte am 1. November 2010 nach einer Halloweenparty auf der Burg Blankenstein zu Fuß auf dem Heimweg war und zum Unfallzeitpunkt (04.25 Uhr) sein Elternhaus fast erreicht hatte. Dann haben Sie den Wittener überfahren, sich nicht um ihn gekümmert und sind weitergefahren. Wir wissen, dass sie in dieser Nacht mit einem Opel Corsa (Baujahr 2001-2006) unterwegs waren. Ermitteln konnten wir Sie trotz größter Bemühungen sowie einer ausgelobten Belohnung in Höhe von 5.000 EUR bislang nicht.

Wir gehen davon aus, dass Sie sich in den zurückliegenden Jahren bei Freunden oder Bekannten "offenbart" haben. Aber Sie und Ihre Mitwisser haben unseren Appell, endlich bei der Polizei "reinen Tisch zu machen", bislang nicht wahrgenommen.

Ja, Sie alle haben den Druck bislang ausgehalten, der seit fünf Jahren auf Ihnen lastet. Wie Sie sich in dieser Zeit gefühlt haben, wenn es an Ihrer Tür geschellt hat oder das Telefon klingelte - wir wissen es nicht!

Noch einmal, wir wissen aber sehr wohl, dass am 2. November, also in weniger als 72 Stunden, eine der schlimmsten Verkehrsunfallfluchten in der Geschichte des Bochumer Polizeipräsidiums verjährt sein wird.

Doch eins steht fest! Auch nach der Verjährung werden Sie Ihre Schuldgefühle sowie die Angst, verraten oder entdeckt zu werden, nie mehr loswerden. Und diese Angst verjährt nie! Können Sie und Ihre Mitwisser damit bis zum Ende des Lebens klarkommen? Wohl kaum!

Deshalb sollten Sie und Ihre "Vertrauten" sich bis zum Ende des 1. November im Bochumer Verkehrskommissariat (Tel.: 0234 / 9099) oder in der Wittener Polizeiwache (Tel.: 02302 / 209-3821) melden.

Wie soll ich mich in diesem offenen Brief von Ihnen und Ihren Mitwissern verabschieden? Ich weiß es nicht - vielleicht mit einem "Bis bald"!" - ots

Quelle: wa.de

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