Online-Petition: Loveparade-Opfer dringen auf Strafprozess

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Betroffene und Angehörige wollten im Rahmen der "Nacht der 1000 Lichter" in Duisburg an die Katastrophe bei der Loveparade 2010 erinnern.

Duisburg - Sie trauern um die Opfer - und hoffen, dass die Verantwortlichen für das Loveparade-Unglück in Duisburg doch noch zur Rechenschaft gezogen werden. Nach einer Nacht der Lichter übergeben Hinterbliebene dem zuständigen Gericht heute eine Online-Petition.

Der Opfer Gedenken - und trotzdem weiterkämpfen: Mit einem Meer aus Kerzen haben Menschen in Duisburg an die Opfer der Loveparade-Katastrophe vor sechs Jahren erinnert. Bei der "Nacht der 1000 Lichter" entzündeten sie am Sonntagabend mehrere Hundert Grablichter und stellten sie am Gedenkort und im Tunnel davor auf. An diesem Montag nun geht der Kampf für eine juristische Aufarbeitung der Katastrophe mit 21 Toten weiter. Die Initiatoren übergeben dem Oberlandesgericht (OLG) in Düsseldorf eine Onlinepetition, mit der 350 000 Unterstützer einen Strafprozess fordern.

Bei dem Techno-Festival in Duisburg waren am 24. Juli 2010 im Gedränge 21 junge Menschen zu Tode gedrückt worden. Mindestens 652 Menschen erlitten Verletzungen. Viele sind bis heute schwer traumatisiert. Die Initiatorin der Petition verlor bei dem Unglück ihren Sohn.

Nachdem das Landgericht Duisburg im April die Anklage gegen zehn Beschuldigte nicht zur Hauptverhandlung zugelassen hatte, legten Staatsanwaltschaft und Nebenkläger Beschwerde ein. Darüber muss in den kommenden Monaten das OLG entscheiden. Bislang sind die Akten aber noch nicht beim OLG eingetroffen.

Der Anwalt Julius Reiter, dessen Kanzlei eine Reihe von Angehörigen und Opfern vertritt, betonte, das OLG werde "selbstverständlich unabhängig und unbeeinflusst entscheiden". Die Petition bringe die Erwartung von Betroffenen und Öffentlichkeit an den Rechtsstaat zum Ausdruck. - dpa 

Quelle: wa.de

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