NRW-Kitas sind personell besser aufgestellt

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[Update 16.10 Uhr] Gütersloh - NRW hat bei der Personal-Ausstattung in Krippen und Kindergärten deutlich zugelegt: Hier kümmern sich mehr Erzieher um den Nachwuchs als noch vor einigen Jahren. In anderen Bundesländern aber auch. So bleibt NRW im Vergleich der Westländer auf einem hinteren Rang.

Nordrhein-Westfalen holt bei der Personal-Ausstattung in den Kindergärten deutlich auf. Eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft kümmert sich in NRW um 9,1 Kinder, wie aus Zahlen der Bertelsmann-Stiftung hervorgeht. 2012 kamen demnach noch 9,8 auf eine Erzieherin oder einen Erzieher.

Nur Baden-Württemberg (von 8,6 auf 7,3) und Rheinland-Pfalz (von 9,7 auf 8,8) schafften größere Sprünge beim Personalschlüssel. Allerdings liegt NRW im Westländervergleich weiter im unteren Drittel vor dem Saarland (1:9,6) und Hessen (1:9,8). Besser sieht es bei der Ganztagsbetreuung in Krippen aus. Hier kommen zwischen Rhein und Weser 3,6 Kinder auf einen Erzieher, vor drei Jahren waren es noch 3,7. Hinter Baden-Württemberg und Bremen liegt damit NRW in der Spitzengruppe.

15 600 Stellen nötig für kindgerechte Betreuung

In Nordrhein-Westfalen besuchen nach Angaben der Stiftung 19 Prozent der unter drei Jahre alten Kinder und 94 Prozent der Drei- bis Sechjährigen eine Kindertageseinrichtung. Für eine kindgerechte Betreuung empfehlen die Experten der Stiftung, dass sich ein Erzieher um drei unter dreijährige Kinder kümmert - beziehungsweise um höchstens 7,5 Kindergartenkinder. Um diesen Wert zu erreichen, wären nach Berechnungen der Stiftung zusätzlich 15 600 Stellen in NRW notwendig. Die Finanzierung dieser Fachkräfte würde jährlich 698 Millionen Euro kosten. 

Wohnort bestimmt die Bildungschancen eines Kindes

Aktuell liegen die Personalkosten in den NRW-Kitas bereits bei 3,4 Milliarden Euro. Für die Idealbesetzung wäre ein Anstieg um 21 Prozent nötig. Bei der Qualifizierung der Fachkräfte liegt NRW laut Studie über dem westdeutschen Schnitt. Während im Westen 66 Prozent einen Fachschulabschluss haben, sind es in Nordrhein-Westfalen sogar 74 Prozent der rund 105 000 Angestellten in Kitas. Aber in den ostdeutschen Bundesländern sind es noch mehr - nämlich 86 Prozent. Den Machern der Studie zufolge bestimmt der Wohnort die Bildungschancen eines Kindes. "Bundeseinheitliche Rahmenbedingungen für Kitas sind für mehr Chancengerechtigkeit notwendig", mahnt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. Die Verantwortlichen müssten sich auf kindgerechte Standards für die Personalausstattung verständigen, sagt er. "Deren Finanzierung erfordert eine gewaltige Kraftanstrengung, die von Bund, Ländern, Kommunen, Trägern und Eltern nur gemeinsam zu stemmen ist."

Christina Kampmann (SPD) nimmt Stellung

Nordrhein-Westfalens Familien-Ministerin Christina Kampmann (SPD) betont, dass das Land parallel zu der Aufholjagd beim quantitativen Ausbau auch bei der qualitativen Weiterentwicklung deutlich vorangekommen sei. "Hierfür brauchen wir weiterhin gut ausgebildetes Personal. Im Vergleich zum Schuljahr 2008/2009 ist die Zahl der Ausbildungsplätze von rund 15 000 auf rund 24 000 und damit um über 50 Prozent gestiegen", sagte Kampmann laut Mitteilung. Sie forderte den Bund auf, sein bisheriges Engagement deutlich aufzustocken. "Dass wir immer noch zurück liegen, ist ja kein Wunder. 

Mit einem strukturell unterfinanzierten Kita-Gesetz kann der Anspruch auf eine sehr gute Bildung, Erziehung und Betreuung in den Kitas mit ausreichend Personal nicht gewährleistet werden", sagte die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Dorothea Schäfer. Das Land müsse hier noch kräftig investieren, aber auch der Bund sei gefordert, sagte Schäfer zum Ergebnis der Studie. - dpa/lnw

Quelle: wa.de

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