Poco-Brandstifter muss für sieben Jahre ins Gefängnis

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Der Angeklagte wurde in Köln zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Köln - Sieben Jahre Haft für den Erpresser der Möbelkette Poco. Das Kölner Landgericht verurteilte den 43-Jährigen am Donnerstag wegen Brandstiftung und versuchter räuberischer Erpressung.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Mann zwei Lagerhallen der Möbelkette in Köln und Aachen angezündet hatte. Dabei war ein Schaden von mehr als acht Millionen Euro entstanden. Der 43-Jährige hatte versucht, Poco um zwei Millionen Euro zu erpressen. Die Lagerhallen waren dem Schlosser bekannt, weil er für ein Poco-Subunternehmen arbeitete. Er hatte die Taten vor Gericht gestanden und als Motiv seine hohen Schulden genannt.

Dilettantische Erpressung

Zwei Möbelhallen brannten in Köln und Aachen.

Bei der Erpressung sei der Mann "dilettantisch" vorgegangen, sagte die Vorsitzende Richterin bei der Urteilsverkündung. Unter anderem hatte er einen der Erpresserbriefe handschriftlich verfasst. Bei den Brandstiftungen hingegen habe der Angeklagte zielgerichtet gehandelt und großen Schaden in Kauf genommen. Es sei lediglich "großes Glück" gewesen, dass bei diesen Aktionen niemand verletzt oder gar getötet worden sei, sagte die Richterin.

In Aachen breitete sich das Feuer unter anderem auf ein angrenzendes Fitnessstudio aus, in dem sich zwei Menschen aufhielten. Der Aussage des Angeklagten, er habe nur eine "kleine Verpuffung" und nicht so ein großes Feuer auslösen wollen, schenkte die Richterin keinen Glauben: "Sie sind Handwerker. Sie wissen, was Bio-Ethanol auslöst und welche Waren dort gelagert waren."

Vorstrafen wirken strafverschärfend

Der Staatsanwalt hatte eine Haftstrafe von acht Jahren gefordert, der Verteidiger bat um eine "möglichst milde Haftstrafe". Sein Mandant schäme sich zutiefst und wisse nicht, "was ihn da geritten hat", sagte der Anwalt. Bei der Urteilsverkündung sagte die Richterin: "Sieben Jahre sind eine hohe Strafe, aber Sie haben auch hohen Schaden angerichtet." Als strafverschärfend wertete sie außerdem die Vorstrafen des Angeklagten, auch wenn es sich dabei um "kleine Vermögensdelikte" gehandelt habe. - dpa

Quelle: wa.de

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