Nach Angriffen auf Beamte in der Silvesternacht

Polizei Dortmund beschlagnahmt Computer und Handys bei Rechtsextremen

+
In Dortmund sind bei einer Razzia fünf Wohnungen durchsucht worden.

[Update 17.30 Uhr] Dortmund - Bei den Ermittlungen gegen mutmaßliche Rechtsextremisten hat die Polizei eine Reihe von Wohnungen in zwei Bundesländern durchsucht. Im Fokus der Aktion am Donnerstagmorgen standen sechs Objekte in Dortmund.

Außerdem wurden zwei Wohnungen in Niedersachsen durchsucht, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Dabei seien eine Schreckschusswaffe und zahlreiche Computer, Handys sowie eine Videokamera beschlagnahmt worden. Die Geräte werden jetzt vom Landeskriminalamt untersucht, um Verdächtige zu identifizieren. 

18 Personen in Silvesternacht festgenommen

Dabei haben die Ermittler unter anderem Foto- und Videomaterial, Kurznachrichten und Emails im Blick. Mit den Durchsuchungen reagierten die Ermittler auf die Vorkommnisse der Silvesternacht in Dortmund: Eine Gruppe von rund 25 Rechtsextremisten hatte Polizisten mit Feuerwerkskörpern, Silvesterraketen, Steinen und Flaschen angegriffen. Mehrere Beamte wurden verletzt, 18 Personen festgenommen.

Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und schwerem Landfriedensbruch. Eine der Durchsuchungen in Dortmund stand nicht im Zusammenhang mit den Silvestervorfällen und hat anscheinend keinen politischen Hintergrund.

SEK erschießt bei Durchsuchung Kampfhund 

Bei dem Einsatz stürmte ein Spezialeinsatzkommando die Wohnung eines zur rechten Szene gehörenden Mannes und erschoss einen Kampfhund, wie es in Sicherheitskreisen hieß. 

Polizeipräsident Gregor Lange betonte in einer Mitteilung, dass die Dortmunder Polizei weiter jede rechtsstaatliche Möglichkeit nutzen werde, um "Volksverhetzer und rechtsextremistische Gewalttäter konsequent zur Verantwortung" zu ziehen. 

"Die gefährliche Entwicklung des gewaltbereiten Rechtsextremismus in Deutschland bedroht zunehmend Zuwanderer, Bürger mit Migrationshintergrund, Politiker, Journalisten sowie Polizeibeamte und richtet sich gegen unsere Demokratie." 

Dortmund gilt als Neonazi-Hochburg

Dortmund gilt als eine Hochburg von Rechtsextremisten. Im Jahr 2012 hatte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) die Neonazi-Organisation "Nationaler Widerstand Dortmund" verboten. Heute sitzt der Landesverband der Partei "Die Rechte" in Dortmund, der personell und ideologisch der verbotenen Vereinigung nahesteht. 

Erst im Oktober hatte die Polizei Dortmund ihre Sonderkommission "Rechts" verstärkt, die Informationen und Daten über die Neonazi-Szene erheben soll. - dpa

Quelle: wa.de

Kommentare