Alle Schwerverletzten nach Bochumer Klinikbrand außer Lebensgefahr

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Ein Feuerwehrmann löscht in Bochum im Dachstuhl eines Gebäudes der Klinik Bergmannsheil letzte Brandnester. Bei einem Großbrand in dem Krankenhaus sind nach Angaben der Feuerwehr zwei Menschen ums Leben gekommen, mindestens 16 weitere wurden verletzt.

[Update] Bochum - Die Lage nach dem verheerenden Brand im Bochumer Uniklinikum Bergmannsheil entspannt sich. Alle Schwerverletzten sind inzwischen außer Lebensgefahr. Das Feuer hat wohl eine Patientin gelegt.

Die Lage nach dem verheerenden Brand im Bochumer Uniklinikum Bergmannsheil entspannt sich. Alle Schwerverletzten sind inzwischen außer Lebensgefahr. Das Feuer hat wohl eine Patientin gelegt.

Bochum (dpa) - Zwei Tage nach dem Großbrand in einem Bochumer Krankenhaus mit zwei Toten sind alle Schwerverletzten außer Lebensgefahr. Das teilte der ärztliche Direktor Thomas Schildhauer am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur mit. Insgesamt hatten neun Menschen schwerste Rauchvergiftungen erlitten. Sie wurden in Bochum oder in Spezialkliniken behandelt.

Bei der Suche nach der Brandursache spricht laut Polizei weiter vieles dafür, dass eine 69 Jahre alte Patientin in ihrem Zimmer im sechsten Stock das Feuer gelegt hat, um sich umzubringen. Offiziell bestätigt wurde das aber noch nicht. Polizei und Staatsanwaltschaft würden sich nach dem Feiertag gemeinsam dazu äußern, sagte ein Sprecher. Die Frau sowie ein Patient im Nebenzimmer waren in den Flammen gestorben.

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Das Bettenhaus mit 194 Betten, in dem das Feuer ausgebrochen war, bleibt weiter für den Klinikbetrieb gesperrt. Sachverständige durchsuchten seit Samstag das Gebäude. Das beim Brand stark zerstörte Dach werde abgedeckt, sagte ein Kliniksprecher. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf mehrere Millionen Euro. Das Universitätsklinikum Bergmannsheil mit rund 650 Betten ist eines der größten Krankenhäuser im Ruhrgebiet.

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Das Feuer hatte sich am frühen Freitagmorgen in Windeseile auf die beiden darüberliegenden Etagen und das Dachgeschoss ausgebreitet. Wegen der enormen Hitze schmolzen Fenster und Möbel. Obwohl die Feuerwehr über die Brandmeldeanlage alarmiert wurde und schnell vor Ort war, hatten die Flammen schon stark um sich gegriffen. Erst gegen Mitternacht war der Einsatz abgeschlossen. Rund 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und THW waren beteiligt.

Unklar blieb zunächst, wieso der Brand sich derartig schnell ausbreiten konnte. An Gasflaschen auf der Station, die für die Beatmung von Patienten benutzt werden, habe es nach Einschätzung der Feuerwehr wohl nicht gelegen, sagte ein Kliniksprecher. Die "Rheinische Post" hatte über solche Vermutungen berichtet. Die Klinik hatte bereits Vermutungen zurückgewiesen, dass ein Bettenlager über der Brandetage das Feuer verstärkt haben könnte.

Das Gebäude ist nach Angaben der Feuerwehr nicht einsturzgefährdet. In den betroffenen oberen Geschossen und am Dach werden aber Gebäudeteile gesichert. - dpa

Quelle: wa.de

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