33-jähriger Kiersper vor dem Kölner Landgericht

Prozess um Tod in der Disco: "Getötet, ohne ein Mörder zu sein"

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Der 33-Jährige Kiersper, der sich seit gestern für den Tod eines 24-Jährigen verantworten muss, wird von Andreas Trode verteidigt.

Kierspe/Köln - Weil er einen 24-Jährigen vor der Disco Rush-In in Gummersbach getötet haben soll, muss sich seit Donnerstag ein 33-Jähriger aus Kierspe vor dem Kölner Landgericht verantworten.

Von Sigrid Schulz

„Der Angeklagte hat getötet, ohne ein Mörder zu sein“, so der Staatsanwalt, der dem Kiersper gefährliche Körperverletzung und Totschlag vorwirft. Am 29. April 2012 soll der Angeklagte gegen 5 Uhr morgens auf dem Parkplatz einer Disco zwei Brüder mit seinem Gipsarm zu Boden geschlagen haben. Einem Opfer soll der Kiersper mit voller Wucht gegen den Kopf getreten haben, während der 24-Jährige am Boden lag. Das Opfer wurde noch zwei Stunden intensivmedizinisch behandelt und verstarb um 6.58 Uhr. 

Vor Gericht schilderte der Angeklagte, dass er vor der Tat heimlich Amphetamine genommen und dann in der Disco sehr viel Alkohol getrunken habe. „Es gab flotte Dreier, das heißt einen Schnaps bezahlen und drei bekommen.“ Er allein habe circa 30 Gläschen getrunken und dazu noch eine halbe Flasche Wodka. 

In der Diskothek sei alles friedlich abgelaufen. Als die Diskothek schloss, sei er raus gekommen und habe gesehen, dass sein Freund von einem Mann geschlagen wurde. Hintergrund des Streits sei wohl gewesen, dass sich die zwei Brüder an den Mercedes des Freundes gelehnt hatten, was diesem missfiel. „Ich wollte meinem Freund helfen, da habe ich mit meinem Gipsarm den Mann zu Boden geschlagen.“

 Den Gips habe er wegen eines Handbruchs tragen müssen. In diesem Moment sei er von hinten von dem anderen Bruder auf den Hinterkopf geschlagen worden. Er habe sich herum gedreht und den zweiten Bruder ebenfalls mit dem Gipsarm zu Boden geschlagen. „Ich habe nicht gegen seinen Kopf getreten, sondern gegen seinen Oberkörper, weil er versuchte hochzukommen.“ Er habe selber Angst gehabt und sich nur verteidigt. Nach der Tat sei er mit seiner Frau und dem Freund erst einmal zu einer Tankstelle gefahren. Dort habe er telefonisch erfahren, dass ein Opfer ins Krankenhaus eingeliefert worden und die Polizei erschienen war. 

Trotzdem seien die Drei nach Bergneustadt in eine Bar gefahren und hätten dort bis 7 Uhr getrunken. Zwei Minuten vor 7 Uhr hatte das 24-jährige Opfer seinen Kampf um sein Leben trotz intensivmedizinischer Behandlung verloren. 

Am Freitag wird der Prozess mit der Aussage des überlebenden Bruders fortgesetzt. Das Urteil wird für den 11. März erwartet.

Quelle: wa.de

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