Radautobahn wird 2016 weiter vorangetrieben

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Essen - Die Radautobahn durch das Ruhrgebiet nimmt 2016 weiter Gestalt an. Zu den schon vorhandenen zehn Kilometern auf einer alten Bahntrasse zwischen Essen und Mülheim sollen im Laufe des Jahres zwei Kilometer in Mülheim hinzukommen.

Auf dieser Strecke soll der Radweg auch die Ruhr überqueren. Dafür muss eine alte Brücke saniert werden, wie der Regionalverband Ruhr mitteilte. Bis zur Jahresmitte soll außerdem das Finanzierungs- und Trägerschaftskonzept für die gesamten 102 Kilometer fertig werden. "Dann wird es uns auch gelingen, die Mittel schnell abzurufen", sagte RVR-Planungsleiter Martin Tönnes.

Der "Radschnellweg Ruhr" soll 2020 fertig werden und von Duisburg aus quer durch das ganze Ruhrgebiet bis nach Hamm führen. Um die Verwirklichung des RS1 und anderer Schnellwege in NRW voranzubringen, plant die Landesregierung, eine neue Wegekategorie "Radschnellverbindungen des Landes" einzuführen. Die Strecken werden damit Landstraßen gleichgestellt.

In diesem Jahr wird auch mit dem Bau einer Brücke in Essen begonnen. Bislang müssen Radfahrer an dieser Stelle noch eine breite Straße überqueren. "Die Brücke ist für den RS1 ein wichtiger Lückenschluss für den kreuzungsfreien Verlauf", sagte RVR-Sprecher Jens Hapke.

Parallel laufen Gespräche mit der Bahn als Eigentümerin einer Bahntrasse in Duisburg. Auf dieser soll der Schnellweg Richtung Westen dann 2017 weiter gehen. "Wir wollen Meter machen in Richtung Rhein", sagte Tönnes.

Aber auch im östlichen Ruhrgebiet geht es weiter: Dort sei man in Gesprächen mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes über die Trassenführung am Datteln-Hamm-Kanal. Mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW spreche man derzeit über den Bau des Radweges parallel zu Bundesfernstraßen etwa zu einer Bundesstraße. Dazu gebe es ein Förderprogramm des Bundes. "Wir gehen Meter für Meter durch. Was ist denkbar und welche Bundesmittel können dafür aus bestehenden Programm eingesetzt werden?"

An den in der Machbarkeitsstudie veranschlagten 184 Millionen Euro Gesamtkosten halte man fest. "Das ist eine absolut realistische Zahl. Wir haben große Erfahrung mit dem Bau von Radwegen", sagte Tönnes.

Der Radschnellweg Ruhr (RS1) soll von Duisburg über Mülheim, Essen, Bochum und Dortmund nach Hamm führen. Es gibt kaum Kreuzungen, die Strecke soll durchgehend beleuchtet werden und es wird einen Winterdienst geben. Der Regionalverband Ruhr (RVR) erwartet von dem Projekt Verbesserungen beim Klimaschutz und weniger Staus im Ruhrgebiet. Vor allem Pendler sollen bequemer und schneller mit dem Rad zur Arbeit, in die Schule oder zum Einkaufen kommen.

Mehr als 92 Prozent der Strecke sollen auf bereits vorhandener Infrastruktur wie etwa Bahntrassen oder Betriebswegen aufgebaut werden. Im Endausbau soll neben einem vier Meter breiten Radweg ein zwei Meter breiter Fußweg verlaufen.

In Nordrhein-Westfalen sind derzeit sieben Radschnellwege angedacht. Außer dem RS1 werden momentan Machbarkeitsstudien erstellt für Radschnellwege in Ostwestfalen/Lippe (Minden-Herford), in den Regionen Aachen (Aachen-Herzogenrath), Köln (Köln-Frechen), Düsseldorf (Neuss-Düsseldorf-Langenfeld/Monheim), Münsterland (Isselburg-Bocholt-Borken-Velen) sowie abermals im Ruhrgebiet (Gladbeck-Bottrop-Essen).

Quelle: wa.de

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