104 Fahrgäste bleiben bei Mülheim unverletzt

Mit 150 km/h in Rollwagen gerast: ICE beschädigt - Baufirma schuld

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Über eine Brücke konnten die 104 Fahrgäste des ICE in einen Ersatzzug wechseln.

Mülheim/Ruhr - Nach Angaben der Bundespolizei hat sich am Mittwochabend um kurz nach 23 Uhr auf der Bahnstrecke zwischen Mülheim-Styrum und Mülheim Hauptbahnhof ein Unfall mit einem ICE ereignet. Wegen des Fehlers einer Baufirma prallte der Zug auf der Fahrt von Duisburg nach Essen mit ca. 150 km/h auf einen Gerätewagen im Gleis. Der ICE wurde beschädigt, der Gerätewagen zerstört. 104 Fahrgäste blieben ebenso unverletzt wie die Mitarbeiter der Baufirma.

Laut Pressemitteilung der Bundespolizeiinspektion Dortmund erkannte der Lokführer zwar das Hindernis im Gleis und leitete eine Schnellbremsung ein. Den Zusammenstoß mit dem Gegenstand konnte er jedoch nicht mehr verhindern.

Erste Ermittlungen der Bundespolizei ergaben, dass am Unfallort eine Baustelle eingerichtet wurde. Im Bereich der Gleisanlagen sollte ein Stahlzaun errichtet werden. 

"Seitens der ausführenden Baufirma wurde für das betroffene Gleis eine Streckensperrung beantragt, welche durch den zuständigen Fahrdienstleiter in Essen ordnungsgemäß durchgeführt wurde. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen stellten die Arbeiter einen Rollwagen, der zum Transport der Zaunfelder diente, irrtümlich in das nicht gesperrte Ferngleis", heißt es in der Pressemitteilung der Bundespolizei.

Durch den Zusammenprall mit dem Zug schleuderte der Rollwagen aus dem Gleis und wurde völlig zerstört. Die Arbeiter konnten den Gleisbereich zuvor rechtzeitig verlassen.

Am Unfallzug entstanden Beschädigungen im vorderen Bereich. Der Zugführer (51) beendete seinen Dienst und wurde abgelöst.

Der am Unfallort anwesende Notfallmanager der DB AG sorgte für einen Ersatzzug. Dieser wurde parallel zum stehenden Zug bereitgestellt. Über eine aufgelegte Brücke konnten die 104 Reisenden den Zug wechseln und um 1.20 Uhr ihre Fahrt fortsetzen.

Nachdem auch der Unfallzug den Streckenabschnitt verlassen hatte, wurde die Streckensperrung für beide Gleise gegen 2.30 Uhr aufgehoben.

"Gegen einen 42-jährigen Mitarbeiter der Baufirma wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Gefährdung des Bahnverkehrs eingeleitet. Die Ermittlungen durch den Fachdienst der Bundespolizei dauern an", heißt es abschließend. - eB

Quelle: wa.de

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