Erstmals Zahlen offengelegt / Aktuelles Video online

Reicher als Köln: Erzbistum Paderborn verfügt über rund 4 Milliarden Euro

+
Der Dom in Paderborn. Links die Fassade des Diözesanmuseums. Das Erzbistum Paderborn legte am Dienstag erstmals seine Finanzen in einem Geschäftsbericht offen.

Paderborn - Seit dem Finanzskandal um den ehemaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst sind die deutschen Bistümer um finanzielle Transparenz bemüht. Auch das Erzbistum Paderborn veröffentlicht jetzt erstmals seine Bilanzzahlen. Experten sind nicht überrascht von der Summe.

Das Erzbistum Paderborn hat erstmals seine Finanzen komplett offengelegt. Das Vermögen lag demnach 2014 bei rund 4 Milliarden Euro, der Jahresgewinn bei 41,5 Millionen Euro, wie die Bistumsleitung am Dienstag in Paderborn mitteilte.

Damit liegt das Bistum in Nordrhein-Westfalen beim Vermögen noch vor Köln, das 2013 eine Bilanzsumme von rund 3,3 Milliarden Euro verzeichnet hatte. Im Gebiet des Erzbistums Paderborn leben rund 4,8 Millionen Menschen.

Vom Jahresgewinn flossen 2014 in Paderborn 20 Millionen Euro in einen Kita-Fonds und 14,5 Millionen Euro an die Kirchengemeinden. Bei den Kirchensteuern nahm das Erzbistum 376 Millionen Euro ein. "Diese Mittel machen die tägliche Arbeit in Seelsorge und Caritas für die 1,6 Millionen Katholiken möglich und kommen auch den Menschen außerhalb der Kirche zugute", erklärte Generalvikar Alfons Hardt - gebürtiger Mendener.

Die aktuellen Zahlen des Erzbistums im Video

Nach dem Finanzskandal um den ehemaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst haben sich die deutschen Bistümer als Konsequenz eine neue Offenheit bei den bischöflichen Vermögenswerten vorgenommen.

Noch nicht veröffentlicht hat das Erzbistum Paderborn Zahlen zum sogenannten Bischöflichen Stuhl, der nicht Teil des regulären Haushalts ist. Das soll in den nächsten Jahren allerdings anders werden.

Hier sehen Sie den Haushaltsplan des Bistums 2015

Der Großteil des Bistumsvermögens besteht aus Wertpapieren und Immobilien wie Schulen und Bildungshäuser. Mit zweckgebundenen Rücklagen über 2,6 Milliarden Euro werden spätere Pensionszahlungen an Priester oder Lehrer abgesichert.

Ein weiterer großer Posten ist für den Erhalt der mehr als 3000 Gebäude in den Kirchengemeinden reserviert. Die Hälfte davon steht unter Denkmalschutz. 52 Prozent der Ausgaben flossen 2014 direkt an die Kirchengemeinden. An soziale Projekte wie Obdachlosenhilfe und Drogenberatung gingen 12,8 Prozent.

Weitere Posten auf der Ausgabenseite sind Verwaltung (6,8 Prozent), Kindertagesstätten (5,2 Prozent) oder Schulen (4,4 Prozent). In den nächsten Jahren wird es im Haushalt kleinere Veränderungen geben. Das Bistum will zum Beispiel mehr für die Flüchtlingshilfe ausgeben.

Kirchenrechtler Thomas Schüller zeigt sich nicht erstaunt über die Bilanz-Zahlen. "Die Summe überrascht mich nicht. Paderborn mit seiner langen Geschichte war immer schon dafür bekannt, sehr sparsam zu sein", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. - dpa

Quelle: wa.de

Kommentare