Razzia im Ruhrgebiet nach Gewalt zwischen Rockergruppen

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Symbolbild.

[Update 15.00 Uhr] Essen/Herne - Im Ruhrgebiet sollen sich rivalisierende Clubs der "Freeway Rider's" in die Harare geraten sein. Nach einem Überfall auf ein Clubhaus nahm die Polizei zwei "Präsidenten" fest.

Die Gewalt im Rockermilieu nimmt neue Züge an: Nach handfesten Auseinandersetzungen innerhalb der "Freeway Rider's" im Ruhrgebiet hat die Polizei am Dienstag in Essen und Herne zwei örtliche Anführer des Motorradclubs vorläufig festgenommen. Auslöser für die Razzia war nach Angaben der Polizei ein Überfall auf das Clubhaus der "Freeway Rider's" in Bochum, wie die Polizei mitteilte. "Interne Streitigkeiten" seien wohl der Grund für die Gewalt unter den "Rider's", so die Polizei.

Beteiligung am Überfall

Die Staatsanwaltschaft Bochum wirft den beiden Männern vor, maßgeblich an dem Überfall Anfang September beteiligt gewesen zu sein. Die 42- und 46 Jahre alten Männer sind "Präsidenten" der Chapter Oberhausen und "Westgate" der "Freeway Rider's". Etwa 20 Angreifer waren in das Bochumer Clubhaus eingedrungen. Dabei hatten sie auf Anwesende eingeschlagen, einige von ihnen verletzt und deren Kutten geraubt. Der Kuttenraub dient laut Polizei im Rockermilieu als Demütigung und Machtdemonstration. Die Täter flüchteten mit Autos. Beim Verhör und der Feststellung ihrer Identität auf dem Polizeirevier hätten die beiden mutmaßlichen Rädelsführer zu den Vorwürfen geschwiegen, sagte ein Polizeisprecher.

Nach Festnahme auf freiem Fuß

Die 42- und 46-jährigen Männer kamen nach ihrer Festnahme wieder auf freien Fuß. Rockerbanden haben in Nordrhein-Westfalen eine wachsende Anhängerschaft. Nach Erkenntnissen des NRW-Innenministeriums haben sich die Mitgliederzahlen einschlägiger Gruppierungen innerhalb von fünf Jahren mehr als verdreifacht. Mit fast 700 Mitgliedern bilden die Bandidos die mit Abstand größte Gruppe - sie sind vor allem in Dortmund, Bochum oder Duisburg aktiv. Zwischen Köln, Bonn, Essen und Düsseldorf haben sich die verfeindeten Hells Angels ausgebreitet. Landesweit haben sich rund 1800 Menschen Rockerbanden angeschlossen. - dpa

Quelle: wa.de

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