Mehr als 1000 Flüchtlinge kommen via Dortmund nach NRW

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Helfer stehen im Hauptbahnhof in Dortmund zwischen Spendenpaketen.

[UPDATE 15.30 Uhr] Dortmund - Weit mehr als 1000 Flüchtlinge kommen in Dortmund an. Viele Helfer heißen sie willkommen. Dann geht es weiter - in die Städte und aufs Land.

Mit Applaus und Willkommen-Plakaten sind mehr als 1000 Flüchtlinge am Sonntag in Dortmund begrüßt worden. Die Kinder, Frauen und Männer, die über Ungarn nach Deutschland auf dem Weg waren, kamen am Morgen mit zwei Zügen im Hauptbahnhof der Stadt an. Hunderte Menschen bereiteten ihnen einen herzlichen Empfang. Ein dritter Zug wurde am Nachmittag erwartet. Viele spontane Helfer hatten kleine Willkommenspakete zusammengestellt.

Innenminister Ralf Jäger (SPD) ging davon aus, dass am Sonntag so viele Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen angekommen sind wie noch nie an einem Tag. Die bisherige Höchstzahl von 1584 Menschen war erst am Mittwoch erreicht worden. Mit Hochdruck arbeiten Behörden, Hilfsorganisationen und Feuerwehr an Unterkünften. Laut Ministerium wurden in der Nacht zum Sonntag 1470 Plätze in 17 Einrichtungen für die via Ungarn kommenden Flüchtlinge bereitgestellt. So entstanden allein in der Polizeischule in Schloss Holte-Stukenbrock 500 Plätze. Bis Montag sollen weitere 1025 Plätze in 7 Unterkünften entstehen. An manchen Orten wurden die Kapazitäten aufgestockt, anderswo neue Plätze eher bezogen, einige Unterkünfte wurden neu geschaffen, hieß es.

Jäger, der mit Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) rund 1000 in einem Sonderzug angereiste Flüchtlinge in Empfang nahm, lobte die Hilfsbereitschaft und den warmen Empfang in Dortmund. "Heute ist Dortmund das Sinnbild dafür, wofür wir in Nordrhein-Westfalen stehen: Toleranz und Hilfsbereitschaft", erklärte er. Die Politiker führten Gespräche mit Flüchtlingen. Unter den Ankommenden waren viele Menschen aus Syrien. "Danke Deutschland" hieß es auf einem Zettel, den ein Flüchtling nach seiner Begrüßung hochhielt.

Wenige Stunden vor der Ankunft der ersten Flüchtlinge marschierten etwa 30 Rechtsextremisten am Dortmunder Bahnhof auf. Den Angaben der Polizei zufolge kam es zu Auseinandersetzungen zwischen ihnen und linken Gegnern. Flaschen und Böller flogen auch gegen Polizisten. Drei Beamte, ein Versammlungsteilnehmer sowie eine unbeteiligte Person wurden verletzt. Vier Personen kamen in Gewahrsam. Zudem ermittelt die Dortmunder Polizei wegen versuchter Brandstiftung in einer ehemaligen Schule, die zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut werden soll. Größere Schäden gab es dort aber nicht.

 

1470 Plätze in 17 Orten:

Für die aus Ungarn gekommenen Flüchtlinge standen am Sonntag rund 1470 Plätze in folgenden 17 Orten bereit:

Ahlen, Büren, Duisburg, Haltern, Hemer, Hennef, Herten, Hörstel, Kerpen, Köln (Chorweiler), Münster, Schloß Holte-Stukenbrock (Holte), Olpe, Oerlinghausen, Südlohn, Troisdorf, Unna.

Bis Montag sollten 1025 Plätze in 7 weiteren Orten bereitgestellt werden:

Düsseldorf, Gummersbach, Hamm, Herford, Kamen, Lengerich, Solingen.

Quelle: wa.de

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