Warnstreiks bremsen NRW aus

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Düsseldorf - In rund 50 Städten hat Verdi in NRW zu Warnstreiks aufgerufen - und vielerorts folgen die Beschäftigten. In mehreren Großstädten mussten Pendler auf Busse und Bahnen verzichten. Aufgabe des Tages: den Alltag umorganisieren. Am Mittwoch, 27. April, trifft es Reisende am Flughafen.

Die Warnstreiks der Beschäftigten im öffentlichen Dienst haben in Nordrhein-Westfalen Pendler, Reisende und Eltern vor einige Aufgaben gestellt. In Düsseldorf, Bochum, Duisburg, Münster und anderen Städten blieben nach Gewerkschaftsangaben Busse und Bahnen im Depot. Auch kommunale Kitas - etwa in Gelsenkirchen - blieben geschlossen. Von den Warnstreiks betroffen waren laut Gewerkschaft Verdi aber auch viele andere Bereiche des öffentlichen Dienstes, etwa Müllabfuhr, Sparkassen, Stadtverwaltungen, Jobcenter und kommunale Krankenhäuser.

Für unzählige Arbeitnehmer hieß es deshalb  "Umsteigen" - auf den Wagen, die Deutsche Bahn oder das Fahrrad. Spürbar mehr Berufstätige wechselten auf das Auto. Ein Verkehrschaos gab es auf den Straßen aber nicht, wie die Polizeibehörden in Düsseldorf, Bochum und Münster berichteten. In Düsseldorf beispielsweise waren viele Anhalter an den Straßen zu sehen.

Lufthansa kündigt massive Ausfälle an

Die Gewerkschaft hatte in rund 50 NRW-Städten dazu aufgerufen, die Arbeit den ganzen Tag niederzulegen. Es sollen weitere Warnstreiks folgen, die vor allem für Flugreisende zum Problem werden könnten. Die Lufthansa kündigte massive Ausfälle für den 27. April  an. Der Flughafen Köln/Bonn rechnete mit "erheblichen Beeinträchtigungen". Passagiere sollten sich erkundigen, ob ihr Flug betroffen sei. Es solle eine zusätzliche Telefon-Hotline geschaltet werden. In Düsseldorf sollen 28 Lufthansa-Flüge von und nach Frankfurt und München gestrichen werden. Auch die Millionenstadt Köln dürfte dann die Warnstreiks zu spüren bekommen. Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) erklärten, dass ab 3.00 Uhr keine Stadtbahnfahrten mehr stattfinden könnten. Nur die von Subunternehmern geleisteten Busfahrten seien möglich.

Gewerkschaften verlangen sechs Prozent mehr Geld

Auch in anderen Städten müssen sich Pendler überlegen, wie sie vorankommen. Die Wuppertaler Stadtwerke etwa kündigten an, dass voraussichtlich weder Busse noch Schwebebahnen fahren könnten. Insgesamt rief Verdi in mehr als 50 NRW-Städten zu Warnstreiks auf, unter anderem auch in Bonn, Leverkusen und Aachen.  Gewerkschaftschef Frank Bsirske unterstrich bei einer Kundgebung in Düsseldorf das Ziel der Warnstreiks. In dem Tarifkonflikt verlangen die Gewerkschaften sechs Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben drei Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwei Jahre geboten, was die Gewerkschaften ablehnten. Verdi-Landesleiterin Gabriele Schmidt sprach von einer "Provokation". Die Tarifverhandlungen gehen am Donnerstag, 28. April,  in Potsdam weiter.

Quelle: wa.de

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