Salafist hortete gleichen Sprengstoff wie in Bonner Bombe

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Düsseldorf/Bonn - Bei einem Modellbauhändler in Bonn sollen islamistische Bombenbastler einen Sprengstoffbestandteil gekauft haben. Der fand sich in einer Rohrbombe und in der Wohnung des Hauptangeklagten im Düsseldorfer Terrorprozess wieder.

In der Wohnung des Hauptangeklagten im Düsseldorfer Terrorprozess soll der gleiche Sprengstoff entdeckt worden sein wie in der Bombe im Bonner Hauptbahnhof. In beiden Fällen handele es sich um ein Sprengstoffgemisch aus einer Nitrat- und einer Methanverbindung, sagte ein Gutachter des Landeskriminalamts NRW am Montag aus. Ob auch die Anteile des Gemischs gleich waren, wusste der Sachverständige allerdings nicht. Einer der Stoffe soll bei einem Modellbauhändler in Bonn verkauft worden sein.

Der mutmaßliche islamistische Terrorist steht mit drei weiteren Angeklagten seit über einem Jahr in Düsseldorf vor Gericht. Der 28-Jährige soll die Bombe an Gleis 1 des Bahnhofs platziert haben. Seine Anwälte bestreiten, dass es eine Bombe war, da kein Zünder gefunden wurde. Es habe sich somit nur um eine Attrappe gehandelt.

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt seit einigen Tagen wegen versuchter Befreiung des 28-Jährigen. In seiner Zelle und in einem Haftraum waren Rasierklingen und ein selbst gebasteltes Stichwerkzeug gefunden worden.

Gegen den 28-jährigen Marco G. wird seit über einem Jahr in Düsseldorf vor dem Oberlandesgericht verhandelt. Er soll am 10. Dezember 2012 eine Rohrbombe an Gleis 1 des Bonner Hauptbahnhofs deponiert und mit weiteren angeklagten Islamisten ein Mordkomplott gegen einen rechtsradikalen Politiker geschmiedet haben.

Dem zum Islam konvertierten Deutschen aus Oldenburg droht lebenslange Haft wegen versuchten Mordes. Er wird der Bonner Salafisten-Szene zugerechnet. In der vergangenen Woche war ein Verhandlungstag des Terrorprozesses abgesagt worden. Weil der Laptop des Angeklagten beschlagnahmt worden war, hatte sein Anwalt geltend gemacht, dass sich sein Mandant nicht habe vorbereiten können. Am Montag hatte der Angeklagte einen Laptop zur Verfügung. - dpa

Quelle: wa.de

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