A44 und B233 teilweise gesperrt / Großeinsatz für die Polizei in Unna

Aus Schlachthof geflüchtet: "Wilde Jagd" auf Kalb endet im Vorgarten

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Zwei Stunden dauerte am Freitag die Flucht eines Kalbes in Unna (Symbolbild).

Unna - Alle Vorkehrungen in einem fleischverarbeitenden Betrieb an der Otto-Hahn-Straße in Unna unmittelbar neben der A44 haben am Freitagmorgen nicht ausgereicht: Einem Kalb gelang auf seinem vermeintlich letzten Weg vom Lkw in den Schlachthof die Flucht, die erst gut zwei Stunden später durch den gezielten Schuss eines Jägers in einem Vorgarten endete. Zeitweise war die Autobahn in beiden Richtungen zwischen Unna-Ost und dem Kreuz Werl voll gesperrt, es gab lange Staus.

Um 9.14 Uhr ging die Erstmeldung bei der Polizei ein, dass das Kalb bei der Anlieferung am Schlachthof in Unna-Kessebüren aus einer größeren Gruppe heraus ausgebüxt war - und zwar durch die Büroräume.

"Fragen sie mich nicht, wie das konkret passieren konnte. Unser Gelände ist eigentlich gut gesichert durch Mauern und Zäune, Tore mit Lichtschranken sowie Fallgitter. So etwas passiert wirklich nur alle Jubeljahre mal", sagte der Schlachthof-Unternehmer am Mittag im Gespräch mit unserer Redaktion, als der Einsatz bereits beendet war.

Zwischenzeitlich den Verfolgern entwischt

Wie Sven Schönberg, Sprecher der Polizei Dortmund auf Anfrage erläuterte, war nach und nach insgesamt sieben Streifenwagen zwei Stunden lang durch den nicht alltäglichen Einsatz gebunden. Sowohl die für die Autobahn zuständige Polizei Dortmund als auch die Kreispolizeibehörde Unna waren beteiligt.

Hinzu kam auch noch ein Polizeihubschrauber, der das lebenslustige und extrem agile Tier wieder orten musste, als es sich zwischenzeitlich erfolgreich seinen Verfolgern entzogen hatte. Die Rede war von einer "wilden Jagd" über Wiesen, Weiden und Straßen.

Nach Kamelen und Schafen jetzt eine Kuh

Solche Einsätze haben Seltenheitswert. Erinnern konnte man sich bei der Polizei an entlaufene Zirkus-Kamele oder eine Schafherde.

Zunächst war das Kalb durch den Indupark in Unna getrabt, lief aber mehrfach auf die Autobahn 44 sowie deren Zubringer B233. Aus Sicherheitsgründen wurden die Fahrbahnen teilweise komplett gesperrt. Erst als die Störungen zu groß, sprich die Staus zu lang wurden, durfte der Verkehr wieder anrollen. Allerdings schlugen sämtliche Absperrmaßnahmen der Polizei fehl.

"Nicht auszudenken, was bei der Kollision mit einem solchen schwergewichtigen Tier passieren würde. Man sieht ja schon bei Wildschweinen oder Rehen die Konsequenzen", so Sven Schönberg von der Polizei Dortmund.

Jäger beendet ungewöhnlichen Einsatz

Nach der Überquerung der B1 lief das zunehmend gestresste Kalb, das bereits mehrere Zäune beschädigt hatte, in Richtung Innenstadt von Unna und schließlich in die Körnerstraße. 

Zu diesem Zeitpunkt war seitens der Polizei längst ein sogenannter Jagdausübungsberechtigter hinzugezogen worden, um das junge Rind im Falle des Falles erschießen zu können. Genau das passierte schlussendlich im Vorgarten eines Hauses.

Die allerletzte Reise dürfte wieder in jenen Schlachthof geführt haben, wo die Flucht zwei Stunden zuvor begonnen hatte...

Quelle: wa.de

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