Schwangere getötet und verstümmelt: Angeklagter ohne Erinnerung

+
Der Angeklagte wird in den Gerichtssaal geführt.

Essen - Ein 33-jähriger Mann soll in Essen seine hochschwangere Freundin getötet und die Leiche grausam verstümmelt haben. Vor Gericht gibt er die Tat zu. An Einzelheiten will er sich nicht mehr erinnern können.

Sie freute sich auf ihre kleine "Prinzessin" und ließ Freunde und Familie gerne an ihrem Glück teilhaben. Doch kurz vor dem errechneten Geburtstermin wurde die 22-jährige Essenerin im Juni brutal getötet. Ihr Partner soll sie nach einem Disco-Besuch bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und ihr anschließend ein Messer in den Hals gerammt haben. 

Zu Beginn des Mordprozesses räumte der 33-Jährige am Dienstag vor dem Essener Schwurgericht ein, für die Tat verantwortlich zu sein. "Ich weiß aber nicht mehr, was passiert ist. Vielleicht bin ich durchgedreht", sagte er. 

Als die Eltern die 22-Jährige drei Tage nach der Tat fanden, war die Leiche grausam verstümmelt. Auch am toten Körper des ungeborenen Mädchens stellten Rechtsmediziner später zahlreiche Spuren von Misshandlungen fest. 

Der Angeklagte ließ sich damals widerstandslos festnehmen. Er will in den drei Tagen, die er mit der Leiche in der gemeinsamen Wohnung verbrachte, mindestens einen Suizidversuch unternommen haben. "Ich will meine Babys wiederhaben, deswegen bringe ich mich jetzt um", schrieb er in einem Abschiedsbrief, der vom Vorsitzenden Richter Andreas Labentz verlesen wurde. 

In zwei Anklageschriften werden dem 33-Jährigen noch zwei weitere Gewalttaten zur Last gelegt. Mitte 2014 soll er einen anderen Mann im Streit geschlagen und anschließend am Boden liegend ins Gesicht getreten haben. Das Opfer erlitt einen Nasenbeinbruch. Und im Februar, vier Monate vor der Tötung der 22-Jährigen, versuchte der Angeklagte angeblich schon einmal eine Frau im Schlaf zu erstechen. Diesen Übergriff wertet die Staatsanwaltschaft als Mordversuch. 

Der Prozessauftakt wurde von zahlreichen Freunden und Verwandten des Opfers verfolgt. Ihren Wunsch, T-Shirts mit dem Foto der 22-Jährigen tragen zu dürfen, lehnte der Vorsitzende Richter jedoch ab. "Das wäre unangemessen", sagte er zu Beginn der Sitzung. Die Zuschauer drehten die Hemden schließlich auf links und blieben. - dpa

Quelle: wa.de

Kommentare