Schwere Gewitter über NRW - Aussichten werden nicht besser

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Zwei Blitze hellen am 23. Juni in Marl über dem Flugplatz Loemühle auf. In der Nacht zogen teils heftige Unwetter über Nordrhein-Westfalen.

Düsseldorf - Nach dem bislang heißesten Tag des Jahres haben Unwetter in NRW für Überschwemmungen, Zugausfälle und Straßensperrungen gesorgt. Es bleibt wechselhaft: Am Wochenende könnte es erneut zu schweren Gewittern kommen.

Kneipengäste, die plötzlich knietief im Wasser waten, umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller: zwei Unwetter haben in Nordrhein-Westfalen für viele Schäden gesorgt. Die Polizei spricht von mehr als 1500 Einsätzen. Am Wetter-Mix aus warmen Temperaturen und starken Gewittern soll sich zunächst nicht viel ändern, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte.

In allen Landesteilen kann es am Wochenende erneut zu Regenschauern und teils kräftigen Gewittern kommen. Verantwortlich sind ein Tiefdruckgebiet bei Irland und ein Hoch über Osteuropa, die dafür sorgen, dass gleichzeitig warme und kalte Luftmassen ins Land strömen. Örtlich sind Unwetter mit starken Windböen und am Samstag auch Hagel möglich. Nach Temperaturen bis 32 Grad am Freitag kühlt es am Samstag dann auf 20 bis 23 Grad ab. Zur Wochenmitte zieht sich die warme Luft dann ganz zurück. Die Gewitter nehmen ab - und die Temperaturen sinken laut DWD auf 13 Grad.

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Von den Unwettern am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag war besonders der Kreis Steinfurt betroffen. Hunderte Keller wurden überflutet, Bäume entwurzelt und Bahngleise überschwemmt, wie die Polizei berichtete. In Rheine setzten die Regenmassen den Stadtkern unter Wasser. Überrascht wurden zehn Gäste einer Kneipe, die plötzlich knietief im Wasser standen, nachdem ein Fenster den Wassermassen nachgegeben hatte. Alle retteten sich unverletzt ins Freie.

Noch schwerer traf es die Gemeinde Lienen. Ein Polizeisprecher berichtete von Straßen, die unter Wasser standen, von hochschießenden Gullydeckeln und von entwurzelten Bäumen. Ein Baum stürzte auf ein vorbeifahrendes Auto, der Fahrer kam ins Krankenhaus. In Krefeld setzte ein Blitzeinschlag einen Dachstuhl in Brand. Die Bewohner retteten sich noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr unverletzt ins Freie.

Bei Schermbeck im Kreis Wesel wurde die Bundesstraße 58 gesperrt, um das Wasser von eine mehrere Quadratkilometer großen Grünfläche ableiten zu können. Im Kreis Coesfeld traten zwei kleine Flüsse über die Ufer. Der DWD warnte vor einem weiteren Anstieg der Pegel am Wochenende.

Auch Bahnreisende bekamen die Auswirkungen des Wetters zu spüren. Wegen umgestürzter Bäume kam es am Freitag im Raum Aachen zu Verspätungen. Die Strecke zwischen Bocholt und Wesel wurde wegen Unwetterschäden bis zum Freitagabend gesperrt. - dpa

Quelle: wa.de

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