Bundesweite Fahndung eingeleitet

Langzeitausgang: Sicherungsverwahrter kehrt nicht in JVA Werl zurück

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Ein 50 Jahre alter Mann kam von seinem Langzeitausgang nicht in die Sicherungsverwahrung der Werler JVA zurück.

Werl - Ein 50 Jahre alter Sicherungsverwahrter der JVA Werl ist am Donnerstag von einem dreimonatigen Langzeitausgang nicht in die Vollzugseinrichtung zurückgekehrt. Das teilte die Gefängnisleitung am Freitagnachmittag mit.

Der Sicherungsverwahrte, der wegen schwerer räuberischer Erpressung verurteilt worden war, saß seit August 2011 im Vollzug der Sicherungsverwahrung. Ihm seien aufgrund eines externen Sachverständigengutachtens Ende 2014 erstmals Ausgänge in Begleitung von Vollzugsbediensteten gewährt worden, heißt es in der Mitteilung der JVA. Da es dabei keine Probleme gegeben habe, habe er selbstständige Ausgänge, bis März 2016 auch über mehrere Tage mit Übernachtungen in der Nähe von Familienangehörigen im Raum Warburg verbracht.

Langzeitausgang seit Mitte März 

Mitte März 2016 wurde dem Sicherungsverwahrten dann ein Langzeitausgang zur Vorbereitung der Entlassung gewährt. Nach dem Gesetz kann dieser bis zu sechs Monate dauern. Eigentlich hätte sich der 50-Jährige bis Donnerstagabend um 20 Uhr in der Anstalt melden müssen. Nachdem er bis Freitagmorgen immer noch nicht aufgetaucht war, habe die JVA das Justizministerium als Aufsichtsbehörde informiert, teilte der stellvertretende Anstaltsleiter Andreas Jellentrup mit. Die Polizei habe außerdem umfangreiche Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Inwieweit von dem Mann eine Gefahr ausgeht, vermochte Jellentrup nicht zu sagen: „Das Potenzial ist natürlich vorhanden, sonst wäre er nicht in der Sicherungsverwahrung.“ Zu Details der Tat, wegen der der 50-Jährige verurteilte wurde, konnte Jellentrup am Freitag nichts sagen: Eine schwere räuberische Erpressung gehe aber auf jeden Fall mit Gewaltausübung einher. 

Während eines Langzeitausgangs, wie ihn der 50-Jährige genoss, bestehe ein lockerer Kontakt zum Sicherungsverwahrten, etwa über Hausbesuche, Telefon oder erste Gespräche mit dem späteren Bewährungshelfer, erläuterte Jellentrup. Wann genau der letzte Kontakt erfolgte, war ihm nicht bekannt. Das sei Sache der Fachdienste. Aber wenn es hier Auffälligkeiten gegeben hätte, wäre man schon früher aktiv geworden. 

Im Fall des Sicherungsverwahrten sei für den 11. August ein Termin im Verfahren vor der Strafvollstreckungskammer zur Aussetzung des Vollzugs der Sicherungsverwahrung anberaumt gewesen. Aufgrund einer positiven gutachterlichen Einschätzung habe bei einem weiteren problemlosen Langzeitausgang die Aussicht auf eine Aussetzung des Vollzuges oder eine Entlassung im Herbst bestanden. Warum der Mann ausgerechnet in dieser Phase gegen Auflagen verstößt, bereite auch der JVA Kopfzerbrechen, so Jellentrup.

Quelle: wa.de

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