In NRW sollen bald alle Flüchtlinge Asylantrag stellen können

Arnsberg - Im Herbst 2015 kamen hunderttausende Flüchtlinge nach Deutschland. Das Land hatte alle Hände voll damit zu tun, jedem ein Dach über dem Kopf zu bieten. Jetzt sollen endlich auch alle ihren Asylantrag stellen können.

Knapp ein Jahr nach dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle sollen in den kommenden Wochen auch die letzten Schutzsuchenden in NRW ihren Asylantrag stellen können. Noch immer warten Zehntausende auf diesen für sie wichtigen Schritt. "Die Registrierung und Antragstellung dieser Menschen soll bis September abgeschlossen werden", sagte ein Sprecher der zuständigen Bezirksregierung in Arnsberg. Weil damals so viele Menschen gleichzeitig nach NRW kamen, seien sie erstmal unbürokratisch in die Kommunen geschickt worden, damit sie ein Dach über dem Kopf haben. Nun müsse man die Registrierung aufarbeiten.

Die Verzögerung bei der Registrierung hat für die Betroffenen direkte Auswirkungen. Denn erst nachdem sie einen Antrag auf Asyl gestellt haben, haben sie beispielsweise Anrecht auf Integrations- und Sprachkurse.

Die Flüchtlinge würden seit einigen Wochen gezielt zu den Außenstellen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gebracht. Dazu nutzt das Land acht Unterkünfte. "Wir holen die Flüchtlinge aus den Kommunen ab, sie übernachten einmal in unseren Unterkünften und können dann ihre Anträge stellen", sagte der Sprecher. Das Verfahren laufe problemlos. Wöchentlich würden weit über tausend Anträge angenommen.

Im Mai hatte es nach den Unterlagen der Bezirksregierung noch 109.000 Flüchtlinge in NRW gegeben, die bisher keinen Antrag gestellt haben. "Die Zahlen sind aber mit Vorsicht zu genießen. Einige sind eigenständig in andere Bundesländer gegangen, andere haben Deutschland möglicherweise schon wieder verlassen", sagte der Sprecher. Deshalb könne man nicht genau sagen, wie viele Anträge noch ausstehen. Es seien aber vermutlich noch mehrere Zehntausend. - dpa

Quelle: wa.de

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