Wirtschaftlich schwaches Jahr 2015

Sportklinik Hellersen in Schieflage - Vorstand Koke fristlos entlassen

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Die neuen Vorstandschefin der Sportklinik Hellersen, Wiebke Schandelle und Pressesprecher Michael Wiek.

Lüdenscheid - Michael Koke, Vorstand der Sportklinik Hellersen, ist mit sofortiger Wirkung von seinem Posten enthoben worden. Das Präsidium des Vereins Sporthilfe NRW, der Träger der Einrichtung ist, habe ihn abberufen. Das teilte die Geschäftsführerin Wiebke Schandelle am Mittwoch im Gespräch mit unserer Redaktion mit.

Sie übernimmt zunächst in Doppelfunktion auch den Vorstand. 2015 sei wirtschaftlich ein nicht so starkes Jahr gewesen, begründete sie den Schritt. Die endgültige Bilanz werde jedoch erst in vier bis fünf Wochen vorliegen. Die Sportklinik Hellersen stehe aber nicht vor der Insolvenz: „Sonst wäre ich nicht angetreten.“ 

Beschäftigte werden Donnerstag informiert

Die knapp 350 Beschäftigten werden am Donnerstag in einer Betriebsversammlung über die Schieflage der bundesweit bekannten Sportklinik informiert. „Wenn es nach mir geht, wird es keine Kündigungen geben“, betonte Wiebke Schandelle. „Wir können hier auf keinen verzichten.“

Zeitplan für neuen Operationstrakt fraglich 

Ob der Zeitplan für den seit Mai 2015 im Bau befindlichen neuen Operationstrakt und eine neue Komfortstation eingehalten wird, bleibt offen: „Der Rohbau wird auf jeden Fall fertiggestellt. Ob auch der weitere Ausbau im vorgesehenen Zeitplan bleibt, muss sich zeigen.“ Mit rund acht Millionen Euro ist Neubau veranschlagt.

Präsident der Sporthilfe auch nicht mehr im Amt

Nicht mehr im Amt ist auch der Präsident der Sporthilfe NRW, Manfred Peppekus. Dies habe aber rein gesundheitliche Gründe, betonte Wiebke Schandelle. Gerüchte, der Schatzmeister habe das Handtuch geworfen, wies sie zurück: „Der wird gerade sehr gebraucht.“

Weitere Spekulationen, wonach es, bedingt durch die finanzielle Schieflage der Sportklinik Hellersen, einen Trägerwechsel geben könne, seien ebenfalls falsch: „Die Sportstiftung NRW bleibt Träger.“

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Quelle: wa.de

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