Nach Geständnis schweigt Angeklagter im Totschlagsprozess

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[Update 17.15 Uhr] Arnsberg - "Ich habe ihn getötet, weil er ein Ungläubiger war". Mit dieser überraschenden Aussage begann vor zwei Wochen ein Totschlagsprozess. Nun aber schweigt der 27-Jährige, der im vergangenen September einen 56-Jährigen im Sauerland brutal erschlagen haben soll.

Mit seinem Geständnis vor zwei Wochen hatte ein 27-Jähriger in einem Totschlagsprozess das Landgericht in Arnsberg überrascht. Am Mittwoch aber, dem zweiten Verhandlungstag, schwieg der Angeklagte. Er soll im vergangenen September einen 56-Jährigen in dessen Garten in Winterberg brutal erschlagen haben. "Ich habe ihn getötet, weil er ein Ungläubiger war", hatte der Mann zum Prozessauftakt gesagt.

Hinweise auf eine religiöse Motivation hatten die Fahnder allerdings nicht. Sie machten den 27-Jährigen zwar schnell als Tatverdächtigen aus, fanden aber kein Motiv. Vermutlich kannten sich Täter und Opfer nicht einmal.

Das Gericht verlas am Mittwoch einige alte Urteile, um etwas über den bereits mehrfach wegen Gewalt- und Diebstahlsdelikten verurteilten Angeklagten zu erfahren. Immer wieder war der Mann vor allem auch deshalb aufgefallen, weil er "mit hoher Rückfall-Geschwindigkeit" kurz nach einer Verurteilung oder Entlassung aus der Haft wieder straffällig wurde.

Zeugen beschrieben den getöteten 56-Jährigen, der allein in seinem Elternhaus lebte, als Einzelgänger, der mit niemandem Probleme hatte. Seine Leiche wurde von seinem Chef gefunden, der sich darüber wunderte, dass der zuverlässige Mitarbeiter nicht zur Arbeit kam. Als niemand auf sein Klingeln reagierte, rief der Arbeitgeber einen Schlüsseldienst, weil er vermutete, dass dem Mann etwas passiert sein könnte. Kurz darauf machte er im Garten die grausige Entdeckung.

Laut Anklage soll der 27-Jährige das Opfer zunächst mit einem Messer verletzt und dann brutal erschlagen haben.

Quelle: wa.de

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