Enser Firma sucht strategischen Partner

Unternehmen Kettler wohl finanziell in schwerer See

Der Kettler-Stammsitz in Ense-Parsit: Hier sitzt die Verwaltung des Freizeitartiklers, der um seine Zukunft ringt. In Finanzkreisen wird erwartet, dass kurzfristige Entscheidungen fallen.

Werl/Ense - Die Heinz Kettler GmbH & Co. KG mit Sitz in Ense und Werken in Werl braucht offenbar dringend einen strategischen Partner, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Das ist aus firmennahen Kreisen zu vernehmen.

Von Gerald Bus

Demnach ist ein Geldinstitut nicht mehr bereit, den nötigen Geldbedarf zu stellen. Außerdem gebe es bereits Investoren, die an dem Traditionsunternehmen mit seinen noch rund 1000 Beschäftigten Interesse haben. In Finanzkreisen wird erwartet, dass kurzfristige Entscheidungen fallen. Offen ist aber, wie es nach dem Einstieg eines Investors in das Freizeitartikel-Unternehmen weitergehen würde.

Für Unruhe und Wirbel in den Betrieben der deutschen Kettler-Werke in Werl, Ense und Kleinblittersdorf sorgt ein Bericht des deutsche Wirtschaftsmagazins „Bilanz“ über die Zukunft von Kettler. Das Unternehmen stecke in einer „existenzbedrohenden Krise“, sei ins „Visier von Investoren“ geraten.

"Viele Fehler und falsche Angaben"

Kettler bezog gegen den Artikel auf Anfrage unserer Zeitung Stellung. Er enthalte „zahlreiche Fehler und falsche Angaben“. Man behalte sich rechtliche Schritte vor. Viel mehr ließ die Firma darüber hinaus nicht verlauten. Richtig sei, „dass sich Kettler derzeit im Rahmen der regulären Geschäftstätigkeit auch in Gesprächen mit seinen Finanzierungspartnern befindet.“ Weitere Fragen ließ die Geschäftsführung unbeantwortet.

Das international agierende Unternehmen Kettler befindet sich seit vielen Jahren in unruhigem Fahrwasser. Zuletzt hatte es 2009 erhebliche Einschnitte mit einem angekündigten Abbau von rund 300 Stellen gegeben – letztlich mussten 230 Beschäftigte gehen. Danach wurde es ruhiger um die Firma, bis Anfang 2014 Aufkleber der Finanzierungsgesellschaft „NordLeasing“ auf Maschinen in Werl und Ense auftauchten und für Spekulationen und Unruhe bei den Beschäftigten sorgten. Nun geht in den Kettler-Werken die Angst um den Arbeitsplatz und um die Aufgabe des Produktionsstandorts um.

Gewerkschafter enttäuscht

Der für Kettler zuständige Bevollmächtigte der IG Metall Hamm-Lippstadt, Torsten Kasubke, forderte die Geschäftsleitung zu unverzüglichen Gesprächen auf, „um die Sachlage zu besprechen“. Die Beschäftigten der Kettler-Werke wüssten nichts von der Entwicklung, die nun im Raum stehe. „Die Lage ist auch uns neu“, sagte der Gewerkschafter.

Kasubke attestierte der Chefetage eine „nicht zufriedenstellende Informationspolitik gegenüber den Beschäftigten“. Zuletzt habe es an Zusammenarbeit in wirtschaftlichen Angelegenheiten zwischen Geschäftsführung und IG Metall gemangelt, obwohl die Gewerkschaft darum gerungen habe. „Darüber sind wir enttäuscht.“

Quelle: wa.de

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