Ehemann stiicht 71. Mal zu: Lebenslange Haft

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Kleve - 71 Stichwunden: Lebenslange Haft für Familienvater wegen Mordes Ein Vorschulkind wählt in Moers den Notruf und berichtet aufgeregt, dass sein Vater gerade der Mutter etwas antue. 13 Monate später wird der Vater als Mörder verurteilt.

Für die Ermordung seiner Ehefrau mit bis zu 71 Messerstichen ist ein Mann aus Moers zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Kleve sprach den 49-Jährigen am Freitag schuldig. Es habe sich um eine heimtückische Tat gehandelt. 

Der Mann habe das Messer am Körper versteckt, bevor er sich auf den Balkon gesetzt und seine Frau plötzlich angegriffen habe. Das Geschehen habe sich dann vom Balkon in die Küche verlagert. Weil die Klinge des Tatmessers verbog, habe der Ehemann zu einem zweiten Messer gegriffen. 

Zuvor habe es einen Streit um die anstehende Scheidung gegeben. Die 31-Jährige habe die beiden Kinder nach Hamburg mitnehmen wollen, sagte der Vorsitzende Richter. Dorthin hatte sie sich in ein Frauenhaus geflüchtet, nachdem ihr Mann sie bei einer vorangegangenen Auseinandersetzung gewürgt haben soll. Der Verurteilte hatte zudem bereits eine frühere Ehefrau angegriffen und war deswegen vorbestraft. Beide Kinder waren zur Tatzeit in der Wohnung. 

Der kleine Sohn der Familie hatte den Notruf gewählt und berichtet, dass sein Vater seiner Mutter etwas antue. Mit dem Schuldspruch folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte siebeneinhalb Jahre Haft wegen Totschlags beantragt. Die Ehefrau habe den Mann beleidigt, bevor der erstmals zugestochen habe. In der Küche habe die Frau ihrerseits ihren Mann angegriffen, der sich nur verteidigt habe, als er erneut zustach. 

Deswegen sei die Tat keinesfalls als Mord zu werten. Außerdem leide sein Mandant an einer psychischen Erkrankung. 

Für einen solchen Angriff der Frau gebe es keinen Hinweis, so das Gericht. Der Verurteilte sei zudem voll schuldfähig. Die Ehefrau erlag noch am Tatort ihren schweren Verletzungen. An ihrem Körper wurden 71 Stichwunden gezählt, die von mindestens 67 Messerstichen stammen. Der Staatsanwalt hatte das blutige Geschehen als sogenannte "Übertötung" bezeichnet.

dpa/lnw

Quelle: wa.de

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