Busse, Bahnen, Kitas und Krankenhäuser betroffen

Überblick: Hier ruft Verdi Dienstag und Mittwoch zum Streik auf

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Symbolbild

Hamm - Mit Warnstreiks im Nahverkehr, in Kitas, Stadtverwaltungen und kommunalen Krankenhäusern macht die Gewerkschaft Verdi Druck im laufenden Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes. In etlichen Städten in NRW sind am Dienstag und Mittwoch Streiks angekündigt.

"Wir gehen relativ sicher davon aus, dass es an beiden Tagen mehrere Zehntausend Streikende geben wird", sagte Verdi-Sprecher Uwe Reepen am Montag in Düsseldorf. 

In ganz NRW gibt es nach Verdi-Angaben etwa 600.000 Tarifangestellte. An den Streiktagen sind Demonstrationen geplant; am Dienstag soll der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske in Düsseldorf sprechen. "Bei großen Verkehrsbetrieben wie etwa der Rheinbahn oder Bogestra werden im Prinzip keine Busse und Bahnen fahren", kündigte Verdi-Sprecher Reepen an. 

Landesweite Warnstreiks auf einen Blick

Die Düsseldorfer Rheinbahn befördert pro Werktag im Schnitt 720.000 Menschen auf 110 Bus- und Bahnlinien. Man versuche, zumindest einige Linien zu bedienen, teilte das Unternehmen mit.

Laut Verdi wurden in bestreikten Kitas zuvor die Eltern informiert. Kommunale Krankenhäuser hätten Notfalldienstpläne aufgestellt. Trotz der Warnstreiks müssen Kinder, die sonst mit Bus oder Bahn fahren, zum Unterricht kommen. "Schule findet statt", sagte ein Sprecher des NRW-Schulministeriums. Eltern hätten dafür Sorge zu tragen, dass ihre Kinder zur Schule kommen. 

Am Mittwoch soll auch an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn gestreikt werden. Ein Kölner Flughafensprecher sagte: "Wir rechnen dann mit erheblichen Beeinträchtigungen des Flugverkehrs." Auch am Düsseldorfer Airport könne sich der Warnstreik auf die Flugpläne auswirken, teilte der Flughafen mit. 

Verdi fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen unter anderem sechs Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben inzwischen drei Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwei Jahre geboten, was die Gewerkschaften aber ablehnten. Nach ihrer Berechnung liegt die angebotene Erhöhung wesentlich niedriger. Die dritte Verhandlungsrunde ist am Donnerstag und Freitag (28. und 29. April) in Potsdam.

Verdi-Bezirk Hamm/Unna

Am Dienstag werden die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes aus dem Verdi-Bezirk Hamm/Unna zum Streik aufgerufen. Es wird eine zentrale Kundgebung in Bielefeld stattfinden, zu der aus dem gesamten Bezirk knapp 900 Streikende fahren werden. In Hamm werden die Stadtwerke und der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke laut Verdi-Pressemitteilung vor dem Verkehrsbetriebshof zu einer eigenen Streikveranstaltung zusammengerufen werden. 

"Wir rechnen in Hamm vor dem Verkehrsbetrieb mit ca. 250 Streikenden, die den Arbeitgebern ein deutliches Zeichen ihres Unmutes zeigen werden", so Bezirksgeschäftsführerin Gudrun Janßen. "Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich teilweise auf Einschränkungen im Öffentlichen Personennahverkehr und in der Müllabfuhr einrichten. Dies bitten wir bereits im Vorfeld zu entschuldigen."

Aufgerufen werden die Beschäftigten der Stadt Hamm, der Stadt Unna, des Kreises Unna, der Stadt Kamen, der Stadt Werne, der Stadt Bergkamen, der Stadt Fröndenberg, der Stadt Werl mit den einzelnen Stadtbetrieben, der Sparkassen Hamm, Unna/Kamen. 

Auch die Beschäftigten des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Hamm und der Glück-Auf-Kaserne in Unna werden zum Streik aufgerufen. Es werden im Tarifbereich Versorgung die GSW Kamen und die Stadtwerke Hamm und Fröndenberg aufgerufen. 

Im Tarifbereich Nahverkehr werden die VKU und die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Hamm sowie die Beschäftigten der Müllverbrennungsanlage in Hamm zum Warnstreik aufgerufen. Für den Tarifbereich Wasserwirtschaft wird der Lippeverband in Hamm zum Streik aufgerufen. 

Am ersten Warnstreiktag sind außerdem Beschäftigte des öffentlichen Dienstes aus Warstein, Lippstadt und Soest zum Warnstreik aufgerufen. 

Verdi-Bezirk Südwestfalen

Der Verdi-Bezirk Südwestfalen ruft die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes für den 27. April zu einem eintägigen Warnstreiks auf. In Hagen, im Märkischen Kreis und im Ennepe-Ruhr-Kreis werden u.a. der Nahverkehr, die Müllabfuhr, die Sparkassen, Stadtverwaltungen, Jobcenter, Kindertagesstätten sowie Bereiche des Gesundheitswesens betroffen sein.

Die Beschäftigten des ver.di Bezirks Südwestfalen werden sich zahlreich an der regionalen Kundgebung am Mittwoch in Dortmund beteiligen.In fünf Demonstrationszügen ziehen die Streikenden zum Friedensplatz in der Innenstadt. Die dortige Abschlusskundgebung beginnt um ca. 10.45 Uhr. Hauptrednerin ist Christine Behle, Mitglied des Verdi-Bundesvorstandes.

Am zweiten Warnstreiktag sind Beschäftigte des öffentlichen Dienstes auch aus Lüdenscheid, Iserlohn, Hemer und Werdohl zum Warnstreik aufgerufen. - dpa/eB

Quelle: wa.de

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