Wagen raste in den Gegenverkehr

Verletzte bei illegalem Autorennen in Hagen - Sechsjähriger in Lebensgefahr

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[Update 13.59 Uhr] Hagen - Gefährliches Kräftemessen: Wieder sind Unbeteiligte bei einem illegalen Autorennen verletzt worden. Ein Junge kämpft um sein Leben.

Fünf Menschen sind bei einem illegalen Autorennen in Hagen schwer verletzt worden. Ein sechsjähriger Junge schwebte am Freitagmorgen noch in Lebensgefahr. Zwei Fahrer hätten sich am Donnerstagabend gegen 21 Uhr in der Nähe der Fernuni Hagen ein Rennen geliefert, sagte ein Polizeisprecher. 

Einer der Wagen sei, vermutlich aufgrund eines vom Parkstreifen anfahrenden Smart einer 76-Jährigen, mit seinem Skoda in den Gegenverkehr gerast und frontal in den entgegenkommenden Ford Focus einer 37-jährigen Frau geprallt. Die Frau habe keine Chance gehabt, auszuweichen und den Unfall zu verhindern. 

Sechsjähriger mit Rettungshubschrauber in Spezialklinik

In ihrem Auto befanden sich den

Angaben einer Pressemitteilung

zufolge zwei Kinder der Fahrerin. Die Elfjährige wurde bei dem Unfall schwer, der Sechsjährige lebensgefährlich verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik gefolgen.

Durch den Frontalzusammenstoß sei der Ford Focus der 37-Jährigen gegen einen in gleicher Höhe fahrenden Renault eines 30-Jährigen geschoben worden. Der Renaultfahrer verlor daraufhin die Kontrolle über sein Fahrzeug, fuhr gegen eine Verkehrsinsel und kippte auf die Seite. Der 30-Jährige wurde schwerverletzt.

Auch der 46-jährige Unfallfahrer wurde schwer verletzt. 

Ein 33-jähriger Audifahrer, der sich an dem Autorennen beteiligt hatte, flüchtete von der Unfallstelle. Er habe sich einige Stunden nach der Tat über seinen Rechtsanwalt bei der Polizei gemeldet und sollte im Laufe des Tages vernommen werden, sagte der Polizeisprecher. 

Nach ersten Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, dass sich die beiden Fahrer zufällig an der Ampel begegnet sind und dann zu einem Rennen entschieden haben. 

Die Hintergründe zu dem Verkehrsunfall wird die Polizei in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Staatsanwaltschaft Hagen um 13 Uhr im Polizeipräsidium Hagen (Raum 132) erläutern. 

230 Anzeigen wegen illegaler Rennen in 2015

Autofahrer liefern sich in NRW immer wieder illegale und gefährliche Rennen auf der Straße. Wie viele es gibt, ist für die Behörden schwer zu beziffern. Nach Angaben des Landesamts für Polizeiliche Dienste wurden 2015 aber rund 230 Anzeigen wegen illegaler Autorennen bearbeitet. 

Die oft schwerwiegenden Folgen dieser Raserei standen erst kürzlich bei einem Prozess in Köln im Mittelpunkt: Eine 19 Jahre alte Radfahrerin war bei einem solchen Kräftemessen getötet worden, weil einer der Autofahrer die Kontrolle über seinen Wagen verlor. Der 23-Jährige wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Die Staatsanwalt hat Revision eingelegt, um ihn hinter Gitter zu bringen. - lnw

Quelle: wa.de

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