4 Tote bei Unfall in Ostwestfalen - Verursacher sollen in Haft

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In dem Cabrio starben vier Insassen, ein weiterer schwebt in Lebensgefahr.

[Update] Petershagen - Ein Überholmanöver hat in Ostwestfalen vier unbeteiligte Menschen das Leben gekostet. Gegen die beiden mutmaßlichen Unfallverursacher wurden Haftbefehle beantragt. Bei einem früheren Überholmanöver sollen sie ein Blaulicht aus dem Fenster gehalten haben.

Ein schwerer Unfall hat auf einer Landstraße in Ostwestfalen vier Menschen in einem Cabrio das Leben gekostet. Den Rettern bot sich am späten Mittwochabend ein grauenhaftes Bild mit Toten, Schwerverletzten und zerstörten Autos. Ein Kleinwagen hatte in einer leichten Kurve auf der B 482 bei Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke) nahe der niedersächsischen Grenze das Cabrio überholen wollen. Am Ende waren vier der fünf Cabrio-Insassen tot, die beiden Männer in dem Kleinwagen wurden schwer verletzt.

Die Polizei ermittelt nun gegen die mutmaßlichen Unfallverursacher, die beiden 22 und 23 Jahre alten Insassen des Kleinwagens, wegen fahrlässiger Tötung. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld beantragte am Freitag Haftbefehle beim Amtsgericht Minden. Das Gericht war am Abend zunächst nicht zu erreichen.

Der Lastwagen war den Autos während des Überholens entgegengekommen. Bei ihren Ausweichmanövern kollidierten die Wagen. Das Cabrio rammte den Lastwagen, der Kleinwagen kam von der Straße ab und überschlug sich. Im Cabrio starben vier Menschen, ein Fünfter wurde schwer verletzt. Die Männer in dem Cabrio im Alter von 18 bis 43 Jahren stammen aus dem Raum Nienburg und waren miteinander verwandt.

In dem Kleinwagen wurden die ebenfalls aus dem Raum Nienburg kommenden Fahrer und Beifahrer schwer verletzt. Alle sieben Beteiligten wurden in ihren Autos eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr mit schwerem Gerät befreit werden.

Den Insassen des Kleinwagens wurden Blutproben entnommen. Dem Fahrer nahm die Polizei den Führerschein ab. Die 46 Jahre alte Lkw-Fahrerin erlitt einen Schock.

Die beiden Männer in dem Kleinwagen sollen bereits vorher aufgefallen sein, als sie laut einer Beobachtung bei einem Überholmanöver ein eingeschaltetes Blaulicht aus dem Fenster hielten. Nach dem Überholvorgang hätten die Zeugen das Auto aus den Augen verloren. Ein Blaulicht wurde später in dem Unfallwagen gefunden. Ob es auch bei tödlichen Überholmanöver verwendet wurde, ist unklar. Die Lastwagen-Fahrerin habe keine Angaben dazu machen können, teilte die Polizei am Freitagabend mit.

An der Unfallstelle hatte sich den Rettungskräften ein schreckliches Bild geboten: Überall zerrissenes und zerschnittenes Blech, Bremsspuren und Fetzen von zerrissenem Cabriostoff. Der Kleinwagen lag ein paar Meter entfernt auf dem Dach. "Es müssen gewaltige Kräfte gewirkt haben", sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr an der Unfallstelle. Er sprach von einem schwierigen Einsatz. Drei Notärzte sowie acht Rettungswagenbesatzungen waren vor Ort. Die Bundesstraße an der Grenze zu Niedersachsen blieb stundenlang gesperrt. - dpa

Quelle: wa.de

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