Vivian Klute aus Hamm im Porträt / Video online

Arbeitsplatz Dortmund Airport: Eine echte Allround-Ausbildung 

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Hat die Flieger in Dortmund im Blick: Die Auszubildende Vivian Klute beim Fototermin auf dem Rollfeld.

Dortmund - Seit 1926 hat Dortmund einen Flughafen, 1960 zog er vom Stadtteil Brackel zum heutigen Standort in Wickede; das neue Terminal ging 2000 in Betrieb. Mit knapp zwei Millionen Passagieren sowie 30.000 Starts und Landungen im Jahr ist Dortmund der drittgrößte Flughafen NRWs. Zum 90. Geburtstag stellt unsere Redaktion einige der 1200 Menschen vor, die dort arbeiten. Im zweiten Teil porträtieren wir die Vivian Klute aus Hamm, die die Ausbildung zur Servicekauffrau im Luftverkehr absolviert.

„Am Anfang denkt man: Mein Gott, die haben tausend Abläufe, wie soll man das so schnell machen“, sagt Vivian Klute. 

In ihrer Ausbildung zur Servicekauffrau im Luftverkehr durchläuft die 23-Jährige aus Hamm verschiedene Stationen am Dortmunder Flughafen. Momentan ist sie im Bereich Operations, wo sie unter anderem die Maschinen zwischen Ankunft und Abflug auf Mängel überprüft. „Irgendwann hat man den Blick dafür, dann läuft es.“

Die Auszubildende schreitet so routiniert wie ein alter Hase um das Flugzeug herum, schaut nach ausgetretener Flüssigkeit oder kleineren Schäden. „Bisher habe ich noch bei keiner Maschine Macken festgestellt“, sagt Klute. Herumliegende Kleinteile wie etwa einen abgerissenen Reißverschluss sammelt sie auf, damit diese nicht die Reifen aufschlitzen oder in die Turbine gesaugt werden.

Am Anfang wurde die Auszubildende beim Rundgang noch begleitet, inzwischen benötigt sie keinen "Aufpasser" mehr, aber zur Not sind natürlich Ansprechpartner in der Nähe. Ansonsten ist Vivian Klute wie jedes andere Teammitglied in die Abfertigung der Flugzeuge eingespannt. „Es wird einem schon Verantwortung übertragen“, sagt sie.

Mit Klemmbrett und Checkliste am und im Flieger

Ihr Operations-Team, abgekürzt Ops, nimmt die Jets in Empfang und macht sie in etwa einer halben Stunde klar für den nächsten Start. Mit Klemmbrett und Checkliste unterm Arm geht Klute das Flugzeug ab und steigt auch an Bord, um mit der Crew Passagier- und Gepäcklisten auszutauschen.

Die Ops haben eine Schlüsselfunktion. „Wir sind das Bindeglied zwischen Check-In, Cockpit und dem Bodenverkehrsdienst“, erklärt Klute, die mitunter auch als Ausparkassistentin für die Jets fungiert. 

Den Jumbo an die Leine gelegt: Vivian Klute prüft die Kabel-Steckverbindung am Hauptfahrwerk.

Während das „Pusher“-Fahrzeug die Maschine rückwärts aus der Parkposition aufs Rollfeld schiebt, geht sie nebenher. In der Hand hält die Auszubildende ein gelbes Kabel, das mit dem Flieger verbunden ist. Es wirkt, als ginge sie Gassi mit dem Jumbo, der gleich Richtung Sofia abheben soll.

Die „Leine“ führt zu einem so genannten Pin, der zuvor ins Hauptfahrwerk vorne gesteckt wurde, um während des Rangierens die Lenkung aus dem Cockpit zu überbrücken. 

Der Zeitdruck, unter dem auf dem Rollfeld gearbeitet werden muss, macht Klute nichts aus. „Das sieht alles sehr hektisch aus, aber es ist nicht Stress pur“, sagt Azubi Klute. „Beim Check-In ist es stressiger.“ Außerdem sei sie hier viel an der frischen Luft.

Dabei ist ihre Ausbildung eigentlich eine kaufmännische. Doch Klute wollte nach dem Fachabitur keinen reinen Bürojob machen, sondern möglichst viel mit Menschen zu tun haben. Als sie auf das Inserat des Flughafens stieß, wusste sie: Das ist das Richtige. 

Schon die Ausbildung zur Servicekauffrau im Luftverkehr bringt jede Menge Abwechslung, gewährt ihr Einblicke in unterschiedliche Bereiche des Flughafens. Verwaltung und Marketing gehören zu den Stationen, die Cargo-Abteilung, aber auch Information und Check-In. Dort kommen Klute auch die Spanisch-Kenntnisse zugute, die sie in Mexiko gesammelt hat. Direkt nach der Schule lebte sie dort ein Dreivierteljahr bei einer Gastfamilie.

Sprachversierte Auszubildende träumt vom Ausland

„Es gibt schon einige Passagiere, die nur Spanisch sprechen“, sagt Klute. Auch einem Fluggast, der nur Italienisch beherrschte, konnte sie schon – mit Händen und Füßen – auf Spanisch weiterhelfen. „Das ist auch das Schöne daran. Hätte ich nur einen Bürojob gehabt, glaube ich nicht, dass ich meine Sprachkenntnisse einsetzen könnte.“ 

Spanisch und selbstverständlich auch Englisch wird Klute weiterhin brauchen, denn es zieht sie in die Ferne: „Ich würde irgendwann gerne ins Ausland gehen.“ 

Im Januar endet die zweieinhalbjährige Ausbildung, dann wird sie in Dortmund zunächst ein Jahr übernommen. Auch danach hätte Klute wohl gute Chancen, dortzubleiben. „Mal schauen, was sich ergibt.“

Lesen Sie auch den ersten Teil der Serie:

Arbeitsplatz Dortmund Airport: Zum Start der Serie zu Gast bei der Feuerwehr

Quelle: wa.de

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