Wintereinbruch in Schalksmühle stoppt auch die Polizei

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Schneeketten mussten die Polizisten gestern zwar keine aufziehen, zumindest aber die Winterreifen.

Schalksmühle - „Ich arbeite jetzt im elften Jahr bei der Gemeinde. In diesem Zeitraum habe ich es bisher nicht erlebt, dass wir so spät im April einen Streueinsatz fahren mussten!“ Peer Heinzer, Organisationsleiter Winterdienst in Schalksmühle, und die Mitarbeiter des Bauhofes waren auf den angekündigten Wintereinbruch mitten im Frühling am Mittwoch aber bestens vorbereitet.

 „Wir hatten ein Fahrzeug für den Notfall vorgehalten, das noch nicht umgebaut war, so hatten wir am Morgen nur eine kurze Rüstzeit“, sagte Heinzer. Gegen 7.15 Uhr rückte das Fahrzeug für etwa eine Stunde in das Höhengebiet rund um Heedfeld aus, wo sich eine geschlossene Schneedecke und Eisglätte gebildet hatten.

„Autofahrer haben es sehr gut gemacht“

Der Schneefall während des Berufsverkehrs führte in Teilen des Märkischen Kreises zu Verkehrsbehinderungen, weil ein Großteil der Fahrzeuge bereits mit Sommerreifen unterwegs war. Auch einige Busse der Märkischen Verkehrsgesellschaft konnten für einen kurzen Zeitraum nicht planmäßig fahren. „Insgesamt haben es die Autofahrer sehr gut gemacht und ihre Geschwindigkeit den für diese Jahreszeit ungewöhnlichen Straßenverhältnissen angepasst“, sagte Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde.

Dennoch kam es am Mittwochmorgen zu sechs glättebedingten Unfällen im Kreisgebiet, die mit Blechschäden glücklicherweise allesamt glimpflich ausgingen. Zwei Unfälle ereigneten sich auf Schalksmühler Gemeindegebiet. Um 6.07 Uhr rutschte ein Fahrzeug im Höhengebiet in einen Straßengraben und prallte gegen einen Zaun. Um 6.35 Uhr wurde die Polizeidienststelle in Halver zu einem Wildunfall – angefahrenes Reh – in der Klagebach gerufen. Die Beamten kamen aber mit den Sommerreifen auf dem Streifenwagen nicht von der Stelle. Die Polizisten mussten den Einsatzwagen deshalb zunächst wieder auf Winterreifen umrüsten, erst dann konnten sie Richtung Volmegemeinde ausrücken.

Polizisten mussten selbst Hand anlegen

„Normalerweise haben wir einen Servicevertrag, lassen unsere Fahrzeuge in Hagen umrüsten. Jetzt mussten die Kollegen einmal selbst Hand anlegen – und werden die Winterreifen in den nächsten Tagen ganz sicher aufgezogen lassen“, sagte Boronowski.

Peer Heinzer äußerte sich mit Blick auf die Wetterdaten, die ihm für die Volmekommune zur Verfügung stehen, allerdings verhalten optimistisch. Es werde in den nächsten Tagen mit Temperaturen im einstelligen Bereich zwar sehr kühl bleiben, mit weiteren Schneefällen und Glättebildung sei ab Donnerstag jedoch nicht mehr zu rechnen. Damit könnten sich die Mitarbeiter des Bauhofes in den nächsten Tagen dann wieder ihren eigentlichen Frühjahrsaufgaben wie Straßenunterhaltung, Pflanzarbeiten oder Abflussreinigung widmen.

Straßenschäden trotz milden Winters

Heinzer selbst hat mittlerweile die Zustandserfassung der gemeindlichen Straßen nach den Wintermonaten abgeschlossen und zumindest keine gute Nachricht zu verkünden: „Obwohl der Winter insgesamt verhältnismäßig mild war, gibt es leider Straßenschäden im normalen Ausmaß der Vorjahre.“ Heinzer spricht dabei hauptsächlich über Schlaglöcher und Asphaltabplatzungen sowie Schäden an der Deckschicht der Straßen.

Mit dem Verfüllen der Löcher und Bordsteinregulierungen sind die Bauhof-Mitarbeiter bereits beschäftigt. „Für die größerflächigen Asphaltausbesserungen ist es zu kalt, da benötigen wir Temperaturen im zweistelligen Bereich, hoffen vielleicht im Laufe der nächsten Woche beginnen zu können“, sagte Heinzer.

Quelle: wa.de

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