Wintersemester startet mit 755 000 Studenten in NRW - so viel wie nie

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Düsseldorf - Rekord an den Hochschulen in NRW: Noch nie waren dort so viele Studenten eingeschrieben wie für das kommende Wintersemester. Noch bis 2020 bleibt die Zahl der Neueinschreibungen auf hohem Niveau, sagen Fachleute voraus.

Die Zahl der Studenten in Nordrhein-Westfalen steigt und steigt. Nach aktuellen Schätzungen drücken im Wintersemester 2016/17 knapp 755 000 Studierende die Bänke in den Hörsälen der 70 Hochschulen, wie Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Das sind fast 10 000 Studenten (1,3 Prozent) mehr als vor einem Jahr - Rekord. Und wohl keinesfalls der letzte: Denn der Trend wird nach den Prognosen noch einige Jahre anhalten. "Bis 2020 rechnen wir mit einer weiterhin hohen Zahl an Neueinschreibungen", sagte die Ministerin. Knapp zwei Drittel der Studenten besuchen eine Uni, jede Dritte eine Fachhochschule. Rund 106 000 Erstsemester fangen in diesem Winterhalbjahr an. Das sind nur etwa 500 "Erstis" weniger als vor einem Jahr. Doch fast die Hälfte aller Studiengänge könne nur mit einem guten Notendurchschnitt begonnen werden. An den Universitäten haben 47 Prozent der Studiengänge einen Numerus clausus, an den Fachhochschulen sind es 40 Prozent. Insgesamt ist die Zahl der NC-Studiengänge gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen. Klassische NC-Fächer sind Medizin oder Pharmazie. Die Hochschulen können für einen Teil der Studienplätze selbst über eine Beschränkung entscheiden. "Es ist schlicht Fakt, dass immer mehr junge Menschen ein Studium beginnen", meinte Lambert Koch, der Rektor der Bergischen Universität Wuppertal. Auch der doppelte Abiturjahrgang von 2013 hat die Studentenzahlen rasch steigen lassen. Gingen früher fünf Prozent eines Jahrgangs auf die Uni, so ist es nun mehr als die Hälfte. Die Studenten bringen oft nicht die gleichen Kenntnisse mit. Von einer "heterogenen Studentenschaft" sprach Marcus Baumann, der Rektor der Fachhochschule Aachen. Deshalb bieten Hochschulen inzwischen durch die Bank spezielle "Vorkurse" an, um Studenten in Problemfächern Mathematik, Deutsch oder Englisch zu fördern und so das Studium zu erleichtern. Etwa 50 bis 60 Prozent der jungen Leute studiere erfahrungsgemäß auf jeden Fall zu Ende, sagte Baumann. Am 16. Oktober beginnt der Vorlesungsbetrieb an den Hochschulen in NRW. Um diesen Zeitpunkt herum sind besonders viele Studenten auf Wohnungssuche. Die Studentenwerke hatten darauf hingewiesen, dass angesichts der steigenden Studentenzahlen bezahlbarer Wohnraum noch knapper werde. Die Wohnungssituation in Städten wie Aachen, Köln oder Münster sei ein großes Problem für Studenten, erkannte Ministerin Schulze an. Es reiche nicht, über den Bau von Studentenwohnheimen gegenzusteuern. Allerdings seien Wohnheime auch nicht die beliebteste Wohnform. Am beliebtesten seien Wohngemeinschaften.

Quelle: wa.de

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