Nach emotionalem Appell

Wittener Unfallflucht: Polizei findet anonymen Brief

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Witten - Die Polizei Bochum hatte sich mit einem offenen Brief an den Unfallflüchtigen gewendet, der am 1. November 2010 einen Fußgänger überfahren und geötet hatte. Nun ist ein anonymer Brief aufgetaucht. Er beginnt mit: "Ich schreibe diesen Brief, um mein Gewissen bereinigen zu können ..."

Am 30. Oktober veröffentlichte die Polizei Bochum in Form einer Pressemeldung einen öffentlichen Brief. Diesen richtete sie an einen Autofahrer, der am 1. November 2010 um 4.25 Uhr auf der Rüsbergstraße in Witten-Herbede einen jungen Wittener (20) überrollt und dadurch getötet hat. Direkt danach flüchtete diese Person mit einem Opel Corsa von der Unfallstelle. Neben dem Unfallflüchtigen sollten auch mögliche Mitwisser dazu bewegt werden, sich bei der Polizei zu melden.

In der Nacht zu Samstag gegen 0.45 Uhr entdeckten Beamte der Wittener Polizeiwache nun hinter dem Heckscheibenwischer eines Streifenwagens ein zusammengefaltetes Schreiben. In einem mehrseitigen handgeschriebenen Text, der mit den Worten "Ich schreibe diesen Brief, um mein Gewissen bereinigen zu können ..." beginnt. Darin macht der Verfasser sehr konkrete Angaben zu der Unfallflucht in der Halloweennacht. So nennt er nicht nur Namen sondern gibt auch Hinweise zu dem Opel Corsa, berichtete Polizeisprecher Volker Schütte am Montag.

Er hofft nun, dass der Täter dadurch aus der Reserve gelockt wird. "Die Eltern des Opfers möchten endlich einen Schlussstrich ziehen. Und wissen, was genau passiert ist in der Nacht", sagte Schütte. Ob das anonyme Schreiben die Verjährungsfrist aufhebt, werde noch geprüft.

Das damalige Unfallopfer, ein 20-jähriger Mann, war am frühen Morgen auf dem Heimweg von einer Halloween-Party überfahren und ohne Hilfe zurückgelassen worden. Eine Krankenschwester fand den Toten auf dem Weg liegend. Mehrere Monate lang fahndete die Polizei vergeblich.

Zeugenaufruf bei "Aktenzeichen XY"

In mehr als 400 Wittener Haushalten wurde nach Hinweisen gefragt, mehr als 2500 Autos wurden überprüft, rund 15.000 Handy-Verbindungsdaten aus der Tatnacht rund um den Unfallort ausgewertet. Trotz einer Belohnung und eines Zeugenaufrufs 2014 bei "Aktenzeichen XY" ist der Fahrer des Unfallautos bis heute unbekannt.

Der Verfasser des Briefs wird seitens des Bochumer Verkehrskommissariates dringend gebeten, sich unter der Rufnummer 0234/9099 bei der Polizei zu melden.  - eB/dpa

Quelle: wa.de

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