Haft für "äußerst brutalen" Totschlag in Winterberg

Arnsberg/Winterberg - Nach Ansicht der Richter hat ein 27-Jähriger mit äußerster Brutalität einen 56-Jährigen in Winterberg erschlagen. Ihr Urteil: zwölfeinhalb Jahre Haft.

Im vergangenen September vermisste ein Chef seinen Mitarbeiter und entdeckte die Leiche des 56-Jährigen in dessen Garten in Winterberg. Nun ist ein 27-Jähriger in Arnsberg unter anderem wegen Totschlags zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der in Iserlohn geborene Deutsch-Marokkaner sein 56-jähriges Opfer erschlagen hat. "Das war ein äußerst brutales Verbrechen", begründete das Landgericht am Montag die Strafe. Die Schwurgerichtskammer ging noch zwei Jahre über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Sie hatte zehneinhalb Jahre Haft für den als unberechenbar eingestuften Mann gefordert.

Zum Prozessauftakt hatte der 27-Jährige für eine Überraschung gesorgt. Er brach sein Schweigen und sagte, er habe den Mann umgebracht, "weil er ein Ungläubiger war". Die Hinweise auf ein religiöses Motiv hatten sich aber nicht bestätigt.

Ein Sachverständiger, der den Angeklagten als voll schuldfähig einstufte, ging davon aus, dass die Drogensucht des Mannes für die Tat mitverantwortlich gewesen sein könnte. Doch auch die mehrtägige Beweisaufnahme konnte nicht erhellen, warum der 56-Jährige sterben musste. Offenbar hatten sich Täter und Opfer nicht gekannt und der 27-Jährige war nur zufällig im park-ähnlichen Garten des Mannes gelandet. Was sich dort genau abspielte, blieb unklar.

Der Täter hatte das Gesicht des Opfers mehrere Zentimeter tief in die Grasnarbe der Wiese geschlagen. Die Justiz stufte den Mann aufgrund seines Verhaltens in der U-Haft als "unberechenbar und extrem gefährlich" ein.

Deshalb hatte das Gericht besondere Sicherheitsvorkehrungen angeordnet: Der 27-Jährige blieb während der Verhandlung gefesselt und wurde auf der Anklagebank von vier vermummten Justizbeamten umringt. Nach Auskunft des Justizministeriums in Düsseldorf ist der 27-Jährige derzeit der einzige Häftling, für den solche Sicherungsmaßnahmen angeordnet wurden. - dpa

Quelle: wa.de

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