Iran macht Atombehörde keine Gegenvorschläge

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Irans Außenminister Manuchehr Mottaki spricht am Freitag auf der 46. Münchner Sicherheitskonferenz.

München - Der Iran hat der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA noch nicht mitgeteilt, unter welchen Umständen er tatsächlich zur Anreicherung von iranischem Uran im Ausland bereit ist.

“Ich habe keinen Gegenvorschlag bekommen“, sagte IAEA-Chef Yukiya Amano am Samstag in München nach einem Gespräch mit dem iranischen Außenminister Manuchehr Mottaki. “Es ging nicht um neue Vorschläge, es ging um einen Meinungsaustausch“, sagte Amano.

Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung der Atomenergie an Nuklearwaffen zu arbeiten. Von einer Verlagerung der Anreicherung ins Ausland verspricht sich die westliche Welt mehr Kontrolle.

Mottaki hatte zuvor das 35-minütige Gespräch mit Amano am Rande der Sicherheitskonferenz in München als “sehr gut“ bezeichnet. Amano sagte auf Fragen von Reportern lediglich: “Der Dialog wurde fortgesetzt und er sollte beschleunigt werden.“

Teheran hat sich grundsätzlich zur Anreicherung von Uran im Ausland bereit gezeigt, will aber zuvor eine Reihe von Fragen klären. Unter anderem will das Land laut Mottaki bei der Abgabe von Uran ins Ausland dafür sofort angereicherte Brennstäbe zurückbekommen.

Die IAEA hatte vorgeschlagen, der Iran solle zur Anreicherung von Uran beispielsweise in Russland oder Frankreich bereit sein. Mottaki sagte: “Wir haben auch über den Vorschlag gesprochen, der auf dem Tisch liegt.“ Er bekräftigte: “Der Austausch von nuklearem Brennstoff ist von uns akzeptiert. Es gibt jetzt den politischen Willen zu diesem Austausch.“ Nun müssten noch die Modalitäten und Mechanismen für die Urananreicherung im Ausland geklärt werden. “Ich hoffe, dass wir in der nahen Zukunft eine Einigung erreichen.“

Das Waffenarsenal des Irans

Das iranische Waffenarsenal

dpa

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