SPD : Mit Ramelow-Verzicht eine Hürde genommen

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Bodo Ramelow.

Erfurt - Die SPD sieht durch den Verzicht des Linke- Spitzenmannes Bodo Ramelow auf das Ministerpräsidentenamt eine “wichtige Hürde“ für eine mögliche rot-rot-grüne Koalition genommen.

Damit seien Sondierungsgespräche, in die auch die Grünen einbezogen werden sollen, leichter geworden, sagte SPD -Landesgeschäftsführer Jochen Staschewski am Freitag. “Wir haben immer gesagt, dass wir keinen Ministerpräsidenten der Linken wählen.“ Die SPD halte jedoch an ihrem Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt, Christoph Matschie , fest.

Seine Partei sehe keine Veranlassung, “einen anderen Kandidaten aus dem Ärmel zu ziehen“, sagte Staschewski. Ramelow hatte bei seinem Verzicht am Donnerstag vorgeschlagen, dass Linke, SPD und Grüne für eine Koalition “gleichberechtigt einen Personalvorschlag machen“. In Thüringen werden dafür verschiedene Personalien bis hin zur ehemaligen SPD -Bundespräsidentenkandidatin Gesine Schwan gehandelt. “Alle haben abgewunken“, sagte Staschewski. “Ein solches Konstrukt funktioniert nicht.“

Die Linke stellt in dem Dreierbündnis mit 27 Abgeordneten die mit Abstand stärkste Fraktion. SPD und Grüne haben 18 beziehungsweise 6 Abgeordnete. Zusammen würden die drei Parteien mit 51 der 88 Sitze im Landtag auf eine klare Mehrheit kommen. Die Grünen wollen am Freitagabend entscheiden, ob sie Sondierungsgespräche mit SPD und Linke aufnehmen. Die SPD führt Sondierungsgespräche über eine mögliche Koalition auch mit der CDU .

dpa

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