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Kreis Olpe: Lennestadt

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"Qualität zählt ? nicht Quantität"

Grevenbrück, 06.06.2010 01:45 Uhr

"Wenn wir die hervor­ra­gende Struktur an Unter­nehmen in Südwest­falen erhalten können, so wie sie jetzt ist, sind wir für die Zukunft gerüs­tet", sagte Franz-Josef Mocken­haupt, Haupt­ge­schäfts­führer der IHK Siegen, bei seinem Besuch der Haupt­ge­schäfts­stelle des Sauer­land­Ku­riers in Greven­brück.

In einem Gespräch mit den Geschäftsführern des Kurier-Verlages Clemens Berghoff und Matthias Kramer und Chefredakteur Torsten-Eric Sendler beleuchtete Mockenhaupt wichtige Aufgabengebiete der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), sowie die wirtschaftliche Lage in Südwestfalen.

"Ich bin insbesondere mit dem Kreis Olpe sehr verbunden", erzählt Mockenhaupt mit einem Zwinkern. Vor meiner Zeit als Hauptgeschäftsführer war ich viele Jahre zuständiger Geschäftsführer für die Wirtschaft im Kreis Olpe und kenne die Unternehmenswelt fast besser als die des Kreises Siegen-Wittgenstein."

Selbstbewusster Mittelstand

Und so weiß er auch, wie die Situation der Unternehmen hier vor Ort aussieht. Die Wirtschaft sei in den letzten Jahren gerade im Kreis Olpe dynamisch gewachsen. "Obwohl hier wenige der klassischen Wachstumsbranchen angesiedelt sind, sind wir im NRW-weiten und sogar deutschlandweiten Vergleich in Sachen Wirtschaftskraft ganz weit vorne", so Mockenhaupt. Das liege vor allen Dingen am selbstbewussten und pfiffigen Mittelstand, der oft seiner Zeit voraus sei.

"Welche konkreten Fördermaßnahmen gibt es für Existenzgründer und Unternehmen denn?" will Clemens Berghoff wissen.

"Zunächst gibt es natürlich das Startercenter der Kammer", erläutert Mockenhaupt. Hier finden regelmäßig Existenzgründersprechtage statt. Relativ neu und mit großem Erfolg bietet die IHK spezielle und individuelle Coaching-Programme an. Dabei arbeitet die IHK mit ehemaligen und vor allen Dingen erfahrenen, erfolgreichen Unternehmern und Bankern zusammen. Diese Coachings werden von der IHK kostenlos für Existenzgründer, für in die Krise geratene Unternehmen und für die Suche von geeigneten Nachfolgern angeboten (?> siehe Kasten).

Und auch die Chancen der Region Südwestfalen wurden durch die Nachfrage von Torsten-Eric Sendler konkret thematisiert. "Das ist sicher ein großes und weitgreifendes Thema. Wir müssen versuchern die Attraktivität Südwestfalens nach außen hin zu transportieren, dürfen aber auch die jungen Menschen in unserer Region nicht vergessen. Denn nur so sind wir stark für die Zukunft", so Mockenhaupt. Den Südwestfalen-Prozess und die Regionale halte er für sehr sinnvolle Projekte.

"Aber", schränkt Mockenhaupt ein, "bei der Landesregierung in Düsseldorf liegt der Fokus viel zu sehr auf dem Ruhrgebiet und dem Rheinland, und das, obwohl wir eine der stärksten Wirtschaftsregionen in NRW sind." Wenn hier eine Straße gebaut oder erneuert werden solle, müsse man schon ganz laut schreien, damit dies in Düsseldorf gehört werde, verbildlichte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Es sei eine langwierige und nahezu penetrante Arbeit, die Politiker an die Wichtigkeit Südwestfalens zu erinnern.

"Ein weiteres Problem ist hier sicherlich, dass der Tourismus immer noch nicht wirklich einheitlich vermarktet wird", so Clemens Berghoff. Dem konnte Mockenhaupt nur zustimmen: "Wir müssen an unserem Image arbeiten. Wir hier im Sauerland sind aber nicht nur Urlaubsregion, wir sind das heimliche Zentrum der Industrie in NRW und damit die stärkste Wirtschaftsregion. Hier zählt Qualität, nicht Quantität."

Gemeinsam mit anderen regionalen Akteuren "erinnere" man seitens der IHK die Politik in Düsseldorf regelmäßig an die Bedeutung der Region.

Ein wenig sorgenvoll erwartet Mockenhaupt die Bildung der neuen Regierung. "Es nicht ganz egal, welche Farbzusammensetzung diese im Endeffekt hat. denn die Pflege und der Ausbau der Infrastruktur ist für unseren Industriestandort schon ein wichtiges Thema. Das hat nicht bei allen Parteien aber einen hohen Stellenwert. Deshalb kann es sein, dass unsere Arbeit dann wieder von vorne beginnt."

Natürlich waren auch der Fachkräftemangel und der demografische Wandel ein wichtiges Thema des Gespräches. "Werden eigentlich mittlerweile wieder mehr ältere Menschen eingestellt? Eine war es ja jenseits der 40 nahezu unmöglich einen Job zu finden", so Sendler. "Ich glaube, genau dieser Wandel vollzieht sich gerade. Die Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter länger beschäftigen und altersgerechte Arbeitsplätze schaffen. Eine weitere wichtige Quelle für Arbeitskräfte sind Frauen, so ungewöhnlich das mit Blick auf die Industrieprägung klingen mag."

 

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