
Mauden, 04.09.2011 02:00 Uhr
Winzig auf der Landkarte, doch an diesem Wochenende ganz groß: Mauden. 1261 wurde der kleinste Ort der Verbandsgemeinde Daaden erstmalig urkundlich erwähnt. 750 Jahre danach freuen sich die heute rund 120 Einwohner "ihr Dorf" mit einem Mittelalter-Szenario entsprechend feiern zu können.
Angelehnt an die Historik des 13. Jahrhunderts stellt eine Gruppe von Schauspielern und Stunt-Leuten bei einem Ritter-Turnier die Geschichte von Anselm und Mechthild von Mauden dar, deren Grundzüge teilweise historisch belegt sind.
Weiterhin gehört ein wunderschöner Mittelalter-Markt mit vielfältigen Ständen natürlich auch dazu. Feintäschner, Sattler, eine historische Schaukäserei, Musikinstrumente und Korbflechter - sie alle geben Zeugnis von der Vielfalt der Vorfahren. Die Kräuterfrau, in deren Sortiment die Alraune und weiße Lilienwurzel nicht fehlen dürfen, präsentiert außerdem Storchenschnabel, Weiden und Feldraute. Die vielen "Gewandeten", unter anderem Mägde in bodenlangen Kleidern und mit entsprechendem Kopfschmuck, schaffen einen authentischen Eindruck.
Das Ritterspektakel, das gestern zwei Mal aufgeführt wurde, ist wirklich sehenswert: Die berittenen Haudegen in Kettenhemden, Lederwamst, bestückt mit silbernen und goldenen Schwertern am Hüftgürtel, beeindruckten gestern große und kleine Gäste. Landrat Michael Lieber - gestern zum Ritter geschlagen - kann sich glücklich schätzen, in der Neuzeit zu leben. Im Mittelalter wäre ihm diese Ehre erst nach einer durchwachten Nacht, betend vor dem Altar, zuteil geworden.
Wer sich selbst einen Eindruck von diesem Mittelalter-Schauspiel verschaffen will, hat dazu am heutigen Sonntag noch bis 18 Uhr Gelegenheit. Der Markt öffnet heute um 11 Uhr seine Pforten. Um 13 und 15 Uhr wird erneut das Ritter-Turnier aufgeführt.
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