
Bad Fredeburg, 01.02.2012 02:00 Uhr
Wenn "Am Stoppelhof" in Bad Fredeburg Live-Jazz-Musik zu hören ist und dazu noch eine Stimme ertönt, die an Louis Armstrong erinnert, dann treffen sich gerade vier Hobby-Musiker zu ihrem wöchentlichen Übungsabend. "Jazz Four Fun", schon der Name macht deutlich, warum man sich zu einer Band zusammenschloss.
"Es ist der Spaß an der Musik", erklären die vier einstimmig. Bereits vor drei Jahren gründeten Siegfried Knoche und Bernd Dürich mit einem weiteren Musiker das damalige Trio.
Ein Jahr später orientierte man sich neu: die Musikrichtung änderte sich vom Modernen zum Swing - und ein Bläser kam noch hinzu. Seitdem besteht das Jazz-Quartett neben den beiden Bad Fredeburgern Siegfried Knoche (Schlagzeug/Gesang) und Bernd Dürich (Piano) aus dem Oberkirchener Ernst Spiekermann (Kontrabass) und Martin Bischoping aus Altenilpe (Saxophon/Klarinette).
Musik war für alle schon immer eine große Leidenschaft und so wundert es nicht, dass "Jazz Four Fun" für Martin Bischoping und Ernst Spiekermann nicht die einzige Band ist, in der sie aktiv mitwirken. Jazz, Stilrichtung Swing - "bei jungen Leuten liegt diese Musikrichtung nicht so im Trend", weiß Ernst Spiekermann. "Denn es ist nicht die Art von Unterhaltung, die man von Geburtstagsfeten kennt". Es ist eine anspruchsvolle Musik, die man eher im Hintergrund, etwa bei Wohltätigkeitsveranstaltungen oder Ausstellungen hört.
Cover-Rock und Tanzmusik gehören nicht zum Repertoire der Jazz-Musiker. "Im Sauerland ist Jazz eher ein Nischenprodukt", meint Martin Bischoping. "Wir wollen ihn hier wieder populärer machen". Die Titel für ihre Auftritte suchen sie sich selbst aus. Die Grundformen der Stücke sind vorhanden, das Thema bekannt. "Darüber hinaus wird nach eigener Kreativität improvisiert, einer spielt dem anderen den Ball zu", erklärt Bernd Dürich. Per Sichtkontakt, einfach vom Gefühl her, entstehen so immer wieder individuelle Stücke. Für den Zuhörer kaum merkbar. "Dafür ist eine gewisse Harmonie untereinander unverzichtbar", erklärt Dürich weiter. "Es muss einfach passen".
Etwa die Hälfte der allgemein bekannten Stücke wird instrumental gespielt, bei den anderen kommt Siegfried Knoche mit seiner rauchigen Gesangsstimme zum Einsatz- und sorgt somit für das i-Tüpfelchen eines Jazz-Auftritts.
"Die Resonanz auf unsere Musikrichtung ist gut", freuen sich die vier. Dass sie viel Spaß dabei haben und mit viel Herzblut dabei sind, bemerkt man bereits bei den Proben. Und ebenso, dass es bei "Jazz Four Fun" nicht darum geht, für Geld aufzutreten.
"In erster Linie spielen wir für uns, weil wir Spaß daran haben."
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