Briten schmieden Zukunftspläne

Warten aufs Royal Baby per Webcam

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Tausende Briten starren per Webcam auf diese Tür - wann treten William und Kate mit ihrem Neugeborenen dort heraus?

London - Das Warten auf das Royal Baby zieht sich hin. Auf einer vor dem Krankenhaus aufgestellten Webcam ist zwar nichts weiter zu sehen, trotzdem klicken Tausende. Die Briten planen derweil dessen Zukunft.

Die einen warten auf das Royal Baby , die anderen machen sich schon mal Gedanken um dessen Zukunft: Die britische Öffentlichkeit will das Kind von Prinz William (31) und Kate (31) später einmal in einem ganz gewöhnlichen Beruf sehen. In einer Umfrage des Instituts Ipsos Mori für den „Evening Standard“ sprachen sich 65 Prozent der Befragten dafür aus, dass der künftige Monarch Erfahrungen im normalen Arbeitsleben sammeln solle. Viele Mitglieder der Familie Windsor nehmen bisher lediglich Repräsentationspflichten wahr.

Zwei Wochen Warten?

Nur 10 Prozent sind der Meinung, das Kind sollte auf eine staatliche statt auf eine Privat-Schule gehen. 70 Prozent glauben, es sei „einfach unmöglich“, dass das Königskind ganz normal aufwachse. Einige der britischen Royals stehen in Großbritannien wegen ihrer laxen Berufsauffassung in der Kritik. So musste Prinz Andrew seinen Posten als Außenhandelsbeauftragter der Regierung räumen - er war als „Airmiles-Andy“, also als Spesenritter verschrien. Sein jüngerer Bruder Edward soll nur dank seiner königlichen Kontakte eine funktionierende Firma aufgebaut haben.

Am Freitagnachmittag ließ sich das Kleine von den Erwartungen aber zunächst weiter nicht stören. Der Könighaus-treue „Daily Telegraph“ berichtete, Freitag sei der eigentlich ausgerechnete Geburtstermin. Theoretisch könne sich das Warten also noch rund zwei Wochen hinziehen, bis eine Geburt eingeleitet werden müsse. Boulevardmedien hatten sich mit ihrem Tipp auf den 13. Juli verspekuliert. Der Palast hatte stets nur den Juli und nie einen genauen Tag genannt.

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Britische Medien heizen derweil den Hype ums Royal Baby an: Mit einer Liveübertragung von Bildern der Eingangstür des Krankenhauses in London, das für die Geburt des ersten Kindes des Ehepaares Cambridge vorgesehen ist. Anklickende Monarchie-Fans starren auf eine dunkle Holztür mit Milchglasscheiben in einem Backsteingebäude.

Bei der Webcam der Boulevardzeitung „The Sun“, die am Mittwoch aufgestellt wurde, habe man bereits mehr als 150 000 Klicks gezählt, sagte eine Sprecherin der Zeitung. Die durchschnittliche Zeit, die geschaut werde, liege bei 17 Minuten. Selbst aus Ländern wie der Mongolei habe man Zugriffe.

Briten mit Monarchie zufrieden

Wenn alles nach Plan läuft, will Kate im Privatflügel des St Mary's Hospital ihr Kind zur Welt bringen. Auch William und dessen Bruder Harry (28) wurden hier geboren. Der Palast hat angekündigt, mitzuteilen, wenn Kate ins Krankenhaus kommt. Es wird erwartet, dass das Paar mit seinem Kind aus der Eingangstür treten wird, wenn es die Klinik verlässt.

Die Umfrage des „Evening Standards“ zeigte derweil erneut, wie zufrieden die Briten derzeit insgesamt mit ihrer Monarchie sind: 77 Prozent bezeichnen sich als Monarchisten. Inzwischen akzeptieren sie sogar den werdenden Großvater Prinz Charles (64) als künftigen König. Nur noch 14 Prozent glauben, er sollte in der Thronfolge ausgelassen werden und das Zepter direkt an seinen Sohn William weitergeben. 1997, nach dem Tod seiner Ehefrau Diana, und 2005, nach der Heirat mit Camilla, war eine Mehrheit der Briten gegen Charles als König.

dpa

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