
Siegen, 07.03.2010 01:30 Uhr
13. März 1890 in Siegen. An diesem Tage wird der große Musiker und weltberühmte Dirigent Fritz Busch geboren. Dresden sollte seine Schicksalsstadt werden, als er an jenem Dienstagabend, dem 7. März 1933, vor Beginn einer Rigoletto-Vorstellung dort den Taktstock niederlegte, nachdem er zuvor als Generalmusikdirektor in der Semperoper verbot, Hakenkreuzfahnen aufzuhängen und eingeschleuste SA-Männer den großen Dirigenten mit einem anhaltenden Pfeifkonzert empfingen.
Er weigerte sich auch öffentlich, jüdische Musikerkollegen auszuschließen. Der damals 43-jährige Fritz Busch, der zehn Jahre lang am Pult der sächsischen Staatsoper stand, der "Intermezzo" und "Ägyptische Helena" uraufgeführt hat und am 13. August 1922 mit Beethovens "Fidelio" sein Debüt als Generalmusikdirektor gab, wählte daraufhin sogleich das Exil. Er emigrierte nach England und begründete in dem Landstädtchen Glyndebourne zusammen mit Carl Ebert als Dramaturg die dortigen Festspiele. Dann zog er mit seiner Familie in die Vier-Millionen-Metropole Buenos Aires, wo er 1936 die argentinische Staatsangehörigkeit erwarb. Und hier fühlte sich der musikalisch hochbegabte Dirigent mit seiner Berliner Ehefrau Elisabeth, geborene Boettcher, Tochter eines Reichstagsmitgliedes aus der Kaiserzeit, und seinen drei Kindern besonders wohl.
1940 wechselte Fritz Busch in die Vereinigten Staaten, wo er in den Jahren 1945 bis 1950 künstlerischer Leiter der Metropolitan Opera New York war. Überliefert ist, wie der Siegener Fritz Busch mit seiner Frau 1946 in "einem umgebauten britischen Lancaster-Bombenflugzeug nach Europa zurückkehrte. Dr. Konrad Adenauer machte sogleich ihm und den zwei anderen ebenfalls emigrierten Busch-Brüdern, dem Violinvirtuosen Adolf (geb. 1891 in Siegen) und Cellisten Professor Hermann (geb. 1897 in Siegen, im Ruhestand zu Haverford in Pennsylvania), attraktive Angebote. Und es setzte ein Run von London, Wien, Stockholm bis Rom ein, diese drei hochbegabten Busch-Brüder zu gewinnen. Aber erst 1951 sah der weltweit hoch angesehene Fritz Busch Deutschland und Köln, vielerorts noch weit in Trümmern, nach 18 Jahren wieder, leitete am 9. Februar eine Aufführung von Verdis "Maskenball" zur Einweihung des neuen NWDR-Funkhauses. In jenem Jahr 1951 starb am 10. Mai sein um drei Jahre jüngerer Bruder, der Schauspieler Willi Busch, in Köln.
Als 20-Jähriger begann Fritz Busch 1910 als fürstlicher Kapellelmeister in Bad Pyrmont seine musikalische Laufbahn. Er starb am 14. September 1951 in einem Londoner Hotelzimmer am Herztod mit 61 Jahren. Seiner Berufung an die Wiener Staatsoper kam sein Tod zuvor. Anlässlich seines 100. Geburtstages am 13. März 1990 wurde er zum Ehrenmitglied der Staatskapelle Dresden ernannt.
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