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Viel Gegenwind für Bahn-Privatisierung – Diskutieren Sie mit

Sauerland, 28.09.2007 12:07 Uhr (tomo)

Kreis­ge­biet. (tomo) Nächster Halt Börse? Die Bundes­re­gie­rung und die Deut­sche Bahn treiben die (Teil-)Pri­va­ti­sie­rung des Unter­neh­mens voran. Doch die Liste der Gegner und ihrer Argu­mente ist lang.

Unterschiedlichste Interessensgruppen und Parteien fürchten verheerende soziale, ökologische und ökonomische Folgen, wenn der Staat fast die Hälfte seines Unternehmens in die freie Wirtschaft abgibt.

„Wir haben immer mehr Probleme mit dem Klimawandel und knappen Energieressourcen und gefährden mit einer Privatisierung einen flächendeckenden Bahnverkehr“, erklärt beispielsweise das Aktionsbündnis attac. „Die Bahn ist das sicherste und umweltfreundlichste motorisierte Verkehrsmittel. Wir sollten maximalen Verkehr auf die Schiene verlagern und nicht maximale Gewinne aus der Bahn für Investoren abziehen.“ Während Vereine und Parteien auf kommunaler Ebene vor allem eine Ausdünnung des Bahnverkehrs im ländlichen Raum befürchten, stellen selbst die Landesregierungen Sorgen gegen die Pläne auf Bundesebene an.

Sie befürchten bei dem Börsengang Kosten von bis einer Milliarde Euro für die Länder, 6000 bis 10.000 Kilometer Schienennetz stillgelegt und unrentable Bahnhöfe geschlossen.

Wohin führt der Renditedruck?

Die Wurzel allen Übels sei der Renditedruck des Kapitalmarktes, der die Bahn dazu zwinge, unrentable Verbindungen zu kappen, Fahrpreise zu erhöhen, Arbeitsplätze abzubauen und nur noch Zentren zu verbinden. Die Bundesregierung und der Bahnvorstand sehen nur im unternehmerischen Wettbewerb das Heil für Unternehmen und Kunden. „Nur eine moderne und leistungsfähige Bahn hat Zukunft. Pünktlich, preiswert, attraktiv – mit einem Wort: kundengerecht“, heißt es seitens des Bundesministeriums für Verkehr. Die Privatisierung verschaffe Kapital, um im Land zu investieren und in Europa konkurrenzfähig zu bleiben. Dies sichere Arbeitsplätze und komme auch den Fahrgästen mit pünktlichen und modernen Zügen und besserem Service zu vertretbaren Preisen zu Gute. Der Befürchtung, dass im ländlichen Raum Strecken still gelegt würden, widerspricht der Bahnvorstand: „Dort haben wir das Gros unserer Kunden. Wir wären doch verrückt, wenn wir unsere Lebensader kappen würden.“

Diskutieren Sie mit: Ist die Bahnprivatisierung Fluch oder Segen? Das Abstellgleis für den ländlichen Raum oder die richtige Weiche zu mehr Service? Unter www.bahn.sauerlandkurier.de finden Sie ein Diskussionsforum sowie eine Umfrage.

 


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