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War der Rücktritt richtig?
Sauerland, 17.02.2012 12:04 Uhr
Seit Wochen wurde es von einem Großteil der deutschen Bevölkerung gefordert, nun ist es offiziell: Bundespräsident Christian Wullf ist am Freitag mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück getreten.
Mit den Worten "Ich habe Fehler gemacht, aber ich war immer aufrichtig", wird der Politiker in Medienberichten zitiert und nimmt damit selbst Bezug auf die nicht enden wollende Affäre um Telefonanrufe, gesponsorte Fahrzeuge und missglückte Erklärungsversuche. Seinen Rücktritt erklärte er damit, dass das Vertrauen in ihn verloren gegangen sei. Kurz nach seiner Erklärung trat am Freitag auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Wulff immer den Rücken gestärkt hatte, vor die Presse: "Ich zolle dieser Haltung ausdrücklich meinen Respekt.""Den Zeitpunkt, sich in Würde aus seinem Amt zu verabschieden, hat Christian Wulff längst verpasst", schreibt hingegen die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung". Was denken Sie, liebe Leser? War dies die einzige Konsequenz, die Christian Wulff nach den Ereignissen der letzten Wochen ziehen konnte? Oder sehen Sie die Vorwürfe gegen ihn nach wie vor als unbegründet und aufgebauscht an? Sind die Medien Schuld am Untergang des Politikers oder hätte Wulff sich Ihrer Meinung nach anders verhalten müssen?
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2 Kommentare »
19.02.12 14:27 Uhr
Guido Schümann
Herrn Wulffs Rücktritt war längst überfällig!
Einen in der Vergangenheit gegen andere Poilitiker stets höchste Moralansprüche geltend machenden Bundespräsidenten, der während seiner Zeit als niedersächsischer Oppositionsführer und späterer Ministerpräsident offenbar kaum eine Gelegenheit zur Inanspruchnahme von gegenseitigen "Gefälligkeiten" aller Art ausgelassen hat und damit seine eigenen Moralansprüche in beeindruckender Weise ad absurdum führte, nein, einen solchen Bundespräsidenten braucht Deutschland, brauchen die Menschen in unserer Republik nicht.
Herr Christian Wulff ist letztlich an sich selbst gescheitert, hat er sich doch als Folge verschiedenartige Verstrickungen selbst zu Fall gebracht, nun aber endlich durch seinen längst überfälligen Rücktritt den Weg für einen Neuanfang im Berliner Schloss Bellevue frei gemacht. Dafür gebührt ihm, der in seiner glanzlosen Rücktrittsrede kein Fünkchen Selbstkritik geäußert hat, ein letzter Dank - mehr aber auch nicht.
In einer Zeit, in der wir einen Werteverfall auf breiter Front erleben, und damit meine ich nicht nur die fragwürdigen und möglicherweise sogar justitiablen Verhaltensweisen Herrn Wulffs, sondern auch an vielen anderen Stellen in der Politik, in der Wirtschafts- und Arbeitswelt, ja, in der ganzen Gesellschaft, in einer solchen Zeit kommt dem deutschen Staatsoberhaupt eine bedeutende Rolle als moralische Instanz zu. Unser Land braucht mehr denn je einen integeren, nicht zwingend fehlerfreien, aber überzeugenden und damit authentischen Mahner vor allem auch für eine von wahrer Wertschätzung geprägte Umgangskultur!
Großes Ansehen im Volk und auch bei mir genießt Herr Joachim Gauck, dem ich zutraue, den ramponierten Ruf und die angeschlagene Autorität des Amtes des Bundespräsidenten wiederherzustellen. Ich würde mir wünschen, dass sich eine große und parteiübergreifende Mehrheit in der Bundesversammlung für diesen unerschrockenen Verfechter von Grund- und Bürgerrechten einsetzt.
18.02.12 05:50 Uhr
Roland Klose
Geistig-moralische Erneuerung im Amt des Bundespräsidenten
Das Christentum gehört zu Deutschland, das Judentum gehört zu Deutschland und auch der Islam gehört zu Deutschland. Bundespräsident Christian Wulff nicht mehr. Mit seinem Rücktritt nach Weiberfastnacht hat Prinz Wu(l)ff I. endlich nach zwei tollen Sessionsmonaten die Konsequenzen aus seinen moralischen Verfehlungen gezogen. Er hat das Amt des Bundespräsidenten wie keiner vor ihm durch Vorteilsnahme im Amt und den schwerwiegenden Verstoß gegen die im Grundgesetz verankerte Pressefreiheit beschädigt. Deutschland braucht deshalb dringend eine geistig-moralische Erneuerung. Als Nachfolgerin im Amt des Bundespräsidenten schlage ich daher hiermit die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Frau Prof. Dr. Christiane Woopen (Jahrgang 1962), vor.
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