Die Statistik kann sich wieder einmal sehen lassen. Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist für Kinder und Senioren wiederum einer der sichersten Kreise Nordrhein-Westfalens. Aber es gibt auch Zahlen, die der Polizei Sorgen bereiten.
Hauptkommissar Siegmar Kiepke vom Dezernat für Verkehrsangelegenheiten hatte die Unfallstatistik der Kreispolizeibehörde wieder umfassend und anschaulich präsentiert. Mit dem Bild eines idyllischen Sees und blauem, von wenigen Wolken gespicktem Himmel, schloss seinen Vortrag ab. „Wir können auch in diesem Jahr wieder sehr zufrieden sein, allerdings sind wir an der hohen Messlatte des vergangenen Jahres knapp gescheitert. Genau 8888 Verkehrsunfälle verzeichnete die Polizei im Jahr 2009. Das entspricht im Vergleich zum Jahr 2009 einen Rückgang von 541 (-5,7 Prozent). Während sich auch die Zahl der Unfälle mit Sachschäden von 8677 auf 8077 um 6,9 Prozent reduzierte, stieg die Zahl der Unfälle mit Verletzten von 752 auf 811 (+7,8 Prozent) an. Die Zahl der Unfalltoten betrug wie im Jahr 2008 auch 14. Fünf Zweiradfahrer und vier Pkw-Fahrer sind 2009 bei Unfällen im Kreisgebiet ums Leben gekommen. Zwei Fußgänger wurden bei Unfällen getötet, je einmal waren es Pkw-Beifahrer, Fahrradfahrer oder Lkw-Fahrer. Positiv: Auch im Jahr 2009 wurde kein einziges Mal ein Kind im Straßenverkehr getötet. Unfallursache Nummer ein ist und bleibt die unangepasste Geschwindigkeit, weshalb die Polizei die Geschwindigkeitskontrollen in diesem Jahr intensivieren will. Die Zahl der alkoholbedingten Unfälle hat sich laut Kiepke mit 98 auf sehr niedrigem Niveau stabilisiert. Zwei große Gurtkontrollen Auch die Gurtkontrollen wird die Polizei verstärken. Geplant sind zwei groß angelegte Aktionen im Frühjahr und Herbst. „Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Autofahrer nicht angeschnallt fahren“, so Polizeidirektor Franz-Josef Hahmann. Dabei sei der Gurt der Lebensretter Nummer eins. Zu den Problemgruppen zählten auch im vergangenen Jahr wieder Fahranfänger zwischen 18 und 24 Jahren. Fünf junge Leute kamen ums Leben, 214 wurden verletzt. Aus diesem Grund weist die Polizei erneut auf das Fahrsicherheitstraining hin, das sie zum günstigen Preis anbietet. Als Erfolg habe sich auch das „Begleitete Fahren mit 17 Jahren“ erwiesen. Sorgen bereiten 15- bis 17-Jährige Sorgen bereiten der Polizei zudem Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren. Viele von ihnen seien bei Wind und Wetter mit dem Motorroller unterwegs, was die Unfallzahlen deutlich erhöhe. Aus diesem Grund setzt die Polizei auf Prävention - die sechs Verkehrssicherheitsberater sind derzeit an vier Nachmittagen in den heimischen Schulen unterwegs. Eine immer größere Rolle in der Unfallstatistik spielen Senioren. 96 Menschen über 65 wurden 2009 bei Unfällen verletzt - sechs weitere sogar tödlich. Im Jahr 2008 waren es gerade einmal zwei. Fußgänger allgemein verunglückten im abgelaufenen Jahr insgesamt 113 Mal (2008: 118), wobei diesmal „nur“ zwei Tote zu beklagen waren (2008: 4). Im Vergleich zum Landesdurchschnitt belegt die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein noch immer einen der vordersten Plätze. Abgesehen von der Zahl der verunglückten Jugendliche (10 Prozent über Landesdurchschnitt) liegen sämtliche Unfallzahlen zum Teil deutlich unter dem NRW-weiten Niveau.
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