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Wettermann von nebenan

Oberschledorn, 01.02.2012 01:45 Uhr

Während alle Welt sich dieser Tage über die sibi­ri­sche Kälte in Deutsch­land wundert, zeigt sich Johann Krevet aus Ober­sch­le­dorn wenig über­rascht. Schließ­lich beob­achtet und doku­men­tiert der Ober­sch­le­dorner seit über 30 Jahren das Wetter.

Eigentlich schon von Kindesbeinen an befasst sich der 63-Jährige mit dem Klima, da seine Familie einen Bauernhof bewirtschaftete; da sei ein Blick ins Wetter des Öfteren hilfreich gewesen, erklärt Johann Krevet. Wie beispielsweise in den 60er Jahren: Während in Eppe und Hillershausen (Hessen) die Bauern ihre Felder bereits bearbeiteten und Hafer säen konnten, lag in Oberschledorn noch Schnee, so dass an Landwirtschaft nicht zu denken war.

Krevet führt über die Wetterphänomene genau Buch: Für das Jahr 1985 notierte er zum Beispiel: "Minus 24 Grad am Dreikönigstag". Seit 1981 hängt ein kleine Wetterstation an seiner Garage und jeden morgen um Punkt sieben Uhr liest er die Temperatur ab und trägt die aktuellen Daten in seine Aufzeichnungen ein.

Die Dokumentationen sind sehr detailliert gehalten: So geht daraus hervor, dass es 1999 einen trockenen Mai, Juni und Juli gab. "Sehr wenig Bachwasser in der Wilden Aar" (ein Bach, der gut 30 Meter hinter Krevets Haus durch Oberschledorn fließt), steht dort geschrieben.

Nach Ansicht des Hobby-Meteorologen ist die Schneefallgrenze in den vergangenen Jahrzehnten um 200 Meter gestiegen (auf 400 bis 500 Meter). Man müsse eindeutig von Klimawandel und Erderwärmung sprechen, so der Oberschledorner. Unter anderem seien Vulkanausbrüche in der Vergangenheit sowie Schadstoffbelastungen in der Luft mitverantwortlich für den massiven Wetterumschwung. Eine Prognose für die Zukunft skizziert Krevet eher düster: "Wir müssen verstärkt mit Wetterkapriolen wie Starkregen, Sturm, schweren Gewittern, Hitze- und Kältewellen rechnen".

Seine Aufzeichnungen aus über 30 Jahren will der 63-Jährige künftig professionellen Wetterexperten zur Verfügung stellen. Diese können sicherlich für eine Statistik über das Wetter im Sauerland interessant sein, ist der Wetterbeobachter überzeugt.


 


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