
Brauersdorf, 25.08.2010 01:45 Uhr
"Ein Haus voll Glorie schauet" - Mit diesem Lied begann die ökumenische Andacht in der Brauersdorfer Waldkapelle, die beim traditionellen Kapellenfest von Vikar Robert Krawczyk und vom evangelischen Pfarrer Burkhard Schäfer gehalten wurde.
"Wir Christen wollen zusammen beten und zeigen, dass wir vor Gott eins sind", sagte der katholische Geistliche Krawczyk von der Pfarrei St. Martini in Netphen. Zuvor konnte Vereinsvorsitzender Martin Werthenbach wieder viele Besucher in und um das kleine Gotteshaus begrüßen.
Ein besonderes Wiedersehen in einer vertrauten Umgebung gab es für Pfarrer Burkhard Schäfer, der nach 27 Jahren Tätigkeit in der Geisweider Talkirche jetzt in seinem Heimatort Deuz den "Un-Ruhestand" genießt. Pfarrer Burkhard Schäfer verbinden viele Erinnerungen an das Obernau- und Nauholztal: So hatte er als 15-Jähriger 1968 in Nauholz das Kreuz vor dem Abbruch der alten Kapellenschule gerettet und aufbewahrt. Das mehrere hundert Jahre alte, handgefertigte schmiedeeiserne Kreuz samt Wetterhahn hat inzwischen neben der Waldkapelle einen würdigen Platz gefunden. "Mit meinen Eltern habe ich schöne Erinnerungen an Brauersdorf. Mein Großvater stammt aus Obernau. Unvergesslich ist das wunderschöne Tälchen. Viele Menschen denken aber auch heute noch mit Wehmut an diese Gegend. Es ist ein echtes Juwel in einem herrlichen Naherholungsgebiet", sagte Burkhard Schäfer am Anfang der Andacht.
Der Ansturm auf die Bergkuppe in der Nähe der Obernautalsperre war enorm, hatte der Verein um ihren Vorsitzenden Martin Werthenbach doch einiges an süßen Genüssen am Kuchen-Büfett zu bieten.
Die Brauersdorfer zeigten mit einer bunten, leckeren Vielfalt an hausgemachten Kuchen und Torten, dass sie das Backen nach guter alter Tradition nicht verlernt haben. Wer es weniger auf die süßen Sachen wie Torten und Waffeln abgesehen hatte, der stillte seinen Hunger mit Reibekuchen oder Brote mit Blut- und Leberwurst. Alles wurde gegen eine freiwillige Spende abgegeben.
Den Erlös möchte der Verein in die Finanzierung für ein Vordach einbringen. Die Wettereinflüsse haben das Portal der kleinen Kapelle in den vergangenen Jahren arg zugesetzt. Das konnten die Gäste gegen Ende des Kapellenfestes miterleben, als spätnachmittags Starkregen, Hagel und Sturmböen in den Eingangsbereich peitschten.
Wie in den vergangenen Jahren auch unternehmen die Bewohner des Hauses Lebenshilfe nach dem Kapellenfest wieder einen Ausflug zur Waldkapelle. Dort werden sie vom Verein - nach einer kleinen Andacht - beköstigt.
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